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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Jagd auf gackernde Frauen

29.09.2014

Oldenburg Sympathisch ist dieser Falstaff nicht – auch nicht geistreich und stattlich, wie ihn Tom Ryser (Regie) in der Oldenburger Inszenierung von Giuseppe Verdis Oper, die im Großen Haus Premiere feierte, eigentlich zeichnen wollte. Überheblich und arrogant trifft es viel eher.

Überzeichnet

Beherzt wettert der bankrotte Sir John Falstaff gegen Ehrhaftigkeit, bezichtigt seine Diener in ungerechtfertigter Weise des Diebstahls, weil er seine Rechnung im Wirtshaus nicht mehr begleichen kann, und unternimmt den Versuch, zwei verheiratete Frauen der Gesellschaft Windsors zu verführen, um über sie an Geld heranzukommen.

Es ist der einfache Weg, den Falstaff wählt. Gewieft ist das vielleicht, aber nicht geistreich: So klingt es nicht, und so erscheint es auch nicht auf der Bühne. Ryser überzeichnet die Figuren und holt dabei auch noch überkommene Geschlechterbilder hervor, wenn er gackernde Frauen der kraftgesteuerten Männergruppe gegenüberstellt.

Kraftvoll

Nichtsdestotrotz ist diese Oldenburger Inszenierung sehens-, vor allem aber hörenswert. Mit Marco Chingari (Falstaff) und Richard Morrison (Ford) hat das Staatstheater zwei stimmgewaltige Sänger als Gäste verpflichtet. Voluminös und warm zugleich ist das Timbre des Baritons Chingari. Wunderbar mischt es sich mit Morrisons klarem und kraftvollem Bariton.

Als Mrs. Alice Ford erweist sich daneben Valda Wilson als Sopranistin mit sehr innigem Ausdruck, viel Expressivität im mittleren und Brillanz im hohen Register. Mit feiner Leichtigkeit und bewundernswert zarter Höhe begeistert auch Koloratursopranistin Alexandra Scherrmann in der Rolle der Nannetta. Als deren Geliebter (Fenton) glänzt der Tenor Nicola Amodio mit weichem Glanz in der Stimme. Überzeugend sind auch die weiteren Mitglieder des Ensembles: Yulia Sokolik (Mrs. Meg Page), Melanie Lang (Mrs. Quickly), Paul Brady (Pistola) und Alexander Murashov (Bardolfo) und Mykola Pavlenko (Dr. Cajus).

„Alles ist Spaß auf Erden, der Mensch als Narr geboren“ – so die Sentenz der komischen Oper nach Shakespeare. In dieser Oldenburger Inszenierung steckt viel Narrentum – vielleicht ein wenig zu viel. Musikalisch jedoch überzeugt sie ganz ernsthaft.

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