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Tradition Jagdhornbläser beweisen langen Atem

Christian Schöckel

Esenshamm - „Viele trauen sich einfach nur nicht. Dabei ist es gar nicht schwer,“ sagt Heidi Spiekermann. Sie ist die Leiterin der Jagdhorngruppe „Kleine Weser“ und will Appetit machen auf ein Hobby, das etwas ungewöhnlich ist. „Notenkenntnisse sind bei uns nicht wichtig. Viele von uns können sie nicht lesen. Und trotzdem: Wir haben alle echt Spaß bei den Übungsabenden. Und es kommt etwas rüber.“

Im Jahr 1981 als Teil der Hegeringe Nordenham und Abbehausen/Esenshamm/Seefeld gegründet, zählen die Bläser heute 16 Aktive. Immer mittwochs ab 20 Uhr treffen sie sich vor dem Esenshammer Gemeindehaus der St. Matthäus-Kirche.

Unter freiem Himmel

Geprobt wird im Kirchenschiff. „Hier üben zu dürfen, ist von der Gemeinde ein ganz tolles Angebot,“ weiß Jörg Hullmann, Vorsitzender des Hegerings Nordenham und selbst aktiver Bläser. „Im Gemeindehaus ist die Decke viel zu niedrig. Da hört man sich selbst nicht mehr. In der Kirche dagegen ist die Akustik hervorragend.“ An schönen Sommerabenden werde schon mal draußen geübt, schließlich seien Hörner Instrumente fürs Freie, ergänzt Heidi Spiekermann. „Dann setzen sich viele ältere Esenshammer auf die Gartenbank vor ihrer Tür und hören uns zu.“

Jagdhörner sind von der Idee her Instrumente, mit denen die Jäger während der Jagd kommunizieren. Dabei gibt es sogenannte Jagdleitsignale zum Sammeln der Tiere, in den Kessel treiben oder zum Notruf absetzen. Und es gibt die Todsignale für jede erlegte Wildart, wenn am Ende des Tages „die Strecke verblasen“ wird. „Hornsignale werden selbstverständlich auch heute noch gegeben, trotz Handy,“ sagt Heidi Spiekermann. Obwohl: „Hier bei uns in der Marsch, wo es kaum Wald oder Büsche gibt und jeder jeden sieht, ist es oft nicht mehr so angesagt.“ Die Signale lernt dennoch jeder, der in einer Jagdhornbläsergruppe mitmacht. Es ist quasi das Grundwissen.

Verschiedene Auftritte

Neben den Signalen üben die Hobbymusiker von „Kleine Weser“ auch Märsche und Fanfaren. „Etwa 20 Musikstücke gehören inzwischen zu unserem Repertoire, einige sogar mehrstimmig,“ sagt Jörg Hullmann. „Wir üben aus Spaß an der Freud, was natürlich nicht ausschließt, dass wir hin und wieder auch einmal irgendwo auftreten.“ So bläst die Esenshammer Gruppe regelmäßig beim Erntedankfest in der St. Matthäus-Kirche, bei der alle zwei Jahre stattfindenden Hubertusmesse und bei Geburtstagen. „Etwa vier bis fünf Mal im Jahr steht dies auf unserem Plan.“

Der nächste Auftritt ist bei der Claus-Cornelius-Suche – einer Hundeprüfung – die an diesem Sonnabend von der Kreisjägerschaft in Ovelgönne zum inzwischen 50. Mal organisiert wird.

Wer bei der Jagdhornbläsergruppe mitmachen möchte, ist herzlich willkommen, sagt Heidi Spiekermann. Jäger zu sein, ist für eine Teilnahme keine Voraussetzung. Auch sei es nicht notwendig, ein eigenes Instrument mitzubringen. Die Jagdhorngruppe habe mehrere in Reserve. Informationen gibt Heidi Spiekermann unter t  5903.

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