JEDDELOH II - „Wie mein erster Eindruck ist?“ Heidi Guericke scheint etwas verwundert über die Frage zu sein und deutet nur lächelnd auf die Herrenriege, die hinter ihr gerade die Kehlen mit Übungen lockert. „Die haben tolle Stimmen, das hört man doch sofort, oder nicht? Ich kann wirklich sehr zufrieden sein“, frohlockt die 63-Jährige, die jüngst die Leitung des Männergesangsvereins (MGV) Jeddeloh II übernommen hat.
Die Sänger selbst sind auch froh, endlich wieder eine qualifizierte Dirigentin zu haben. „Ohne geht es nicht, denn mit unseren Notenkenntnissen ist es nicht so weit her“, sagt 1. Vorsitzender Horst Rautenberg. Und damit, dass bei ihnen eine Frau den Takt vorgibt, hat der MGV Jeddeloh II gute Erfahrungen gemacht. „Es ist schon das dritte Mal, dass eine Dame bei uns die Leitung hat, und es hat immer gut funktioniert“, erzählt Heinz Bruns, 2. Vorsitzender.
Gern hätte man mit der letzten Dirigentin Gudrun Patzak weitergemacht. Als diese aber umzog, stand der Chor alleine da, die Suche nach einer Nachfolgerin gestaltete sich schwierig. Die alte Dirigentin war es dann, die den Kontakt zur neuen herstellte: Gudrun Patzak schlug Heidi Guericke vor – und der MGV sicherte sich bei einem Gesangsnachmittag die Dienste der Oldenburgerin, die als Kirchenmusikerin in Ohmstede arbeitet.
Nun wird bereits auf den nächsten öffentlichen Auftritt hingearbeitet. Die Zeit drängt dabei fast etwas, schließlich ist der MGV schon am 15. Oktober bei der Singgemeinschaft Süddorf-Edewechterdamm eingeladen. Bis dahin sollten sich die Sänger also auf die neue Dirigentin eingestimmt haben.
Aber vor Veränderungen scheut sich der MGV ohnehin nicht. Denn weitere Mitglieder, die Gefallen an Liedgut von der Operette bis zum volkstümlichen Schlager finden, seien jederzeit willkommen, so Horst Rautenberg. Über Verstärkung würde sich auch Heidi Guericke freuen: „Ein Chor mit 50 Mann wäre toll. Aber das wird wohl Wunschdenken bleiben.“
Werben kann der Chor dabei mit einer studierten, ambitionierten Leiterin, aber auch mit der ihm eigenen Geselligkeit. „Alle sind mit Spaß dabei, das zeichnet uns aus“, sagt Rolf Meyrowitz und erntet dafür beipflichtendes Lachen – in das die neue Dirigentin, angesteckt von der guten Stimmung in der Runde, sogleich mit einstimmt.
