JEDDELOH - JEDDELOH - Auf Einladung der Edewechter Kunstfreunde gestaltete jetzt der aus Rumänien stammende Cellist Stefan Kerekes, stellvertretender Solocellist des Oldenburger Staatsorchesters, ein Konzert in der Jeddeloher Baptistenkirche.
Auf dem Programm standen drei der sechs Bach-Suiten für Cello solo, ein traditionsbehaftetes Werk eines jeden Cellisten sowie ein Werk, das wohl jeder Klassik-Fan als Aufnahme in seiner Sammlung hat. Selten ist dieses Werk, zumal vollständig, live zu hören, meist „nur“ als Zugabe bei philharmonischen oder kammermusikalischen Konzerten.
Umso eindrucksvoller war es, die vierte, erste und fünfte Suite des Großmeisters Bach „geballt“ zu hören. Hier wurde dem Hörer die Vielfältigkeit des Bachschen Komponierens, unterschiedliche Charaktere der doch gleich klingenden Suitensätze wie Prelude, Allemande, Courante und Gigue deutlich. Kerekes verstand es hervorragend, diese unterschiedlich zu gestalten, teils durch sehr durchdachte und differenzierte Dynamik, teils durch gute Abgrenzung der ernsten und reifen Sätze wie der Allemande oder auch in der fünften Suite, bei der sehr meditativ interpretierten Sarabande, sowie bei den tänzerischen Sätzen wie den Bourees oder den Menuetten.
Kerekes wählte – insbesondere bei den Sätzen Courante – sehr schnelle Tempi, die ihm zum Teil sehr leichtfüßig gelangen, mitunter in den Schlusssätzen aber, den Gigues, wurde die Rhythmik durch diese schnellen Tempi etwas verzerrt.
Die reichhaltige Ausdrucksmöglichkeit auf seinem Instrument bewies Kerekes durch seine sehr satte und meist sehr klare Tongebung, bei der er sich die intime Akustik des Kirchenraumes zunutze machte. Besonders zu erwähnen ist die sichere und weiche Bogenführung, die dezent gespielten, nicht zu massigen Akkorde und die überaus klaren Saitenübergänge. Bisweilen gab es einige Intonationsschwierigkeiten, die aber wohl auch in der Schwierigkeit dieses Werkes begründet liegen, den unterschiedlich cellistisch günstigen oder ungünstigen Tonarten einerseits und der Konzentration andererseits.
Angenehm, dass der Cellist ohne viel Schnörkel, ohne übermäßige Verzierungen und extreme Temposchwankungen spielte und so die Musik Bachs, die Töne an sich wirken ließ. Nach der sehr komplexen fünften Suite Bachs, in der auch die Sätze Gavotte I. und II. eher ernst ausfallen, gab es als Zugabe die beiden Bourees aus der dritten Suite. Viel Beifall für einen engagierten und ausdrucksstarken Oldenburger Musiker, der an diesem Abend auf seine Gage zu Gunsten Rumänischer Studenten verzichtete.
