Friesoythe - Verliebt, verlobt, verheiratet? So reibungslos und schnell wie in dem bekannten Sprichwort lief es bei Jens Schlapphoff und Steffanie Heitkamp nicht. Eher eine Verlobung wider Willen sollte es werden – doch daraus entwickelte sich eine so spannende und lustige Geschichte, dass die Gäste am Samstagabend in der Friesoyther Realschule aus dem Lachen gar nicht mehr herauskamen. Der Theaterverein Friesoythe feierte mit „Schlapphoffs discht up“ vor zahlreichen Zuschauern eine gelungene Premiere.
Doch für die Laiendarsteller aus Friesoythe war es in diesem Jahr nicht irgendein Stück, dass sie mit Talent und Witz auf die Bühne brachten. Passend zum 25-jährigen Bestehen spielte die Truppe rund um den 1. Vorsitzenden Wilhelm Lübbers-Siemer zum ersten Mal eine Komödie, die sie bereits in den 90er Jahren schon aufgeführt hatten. Und das funktionierte blendend, was die heiteren Reaktionen aus dem Publikum bewiesen.
In der Familiengeschichte geht es um die schon genannten Schlapphoffs, eine deutsche Kleinbürgerfamilie in den 80er Jahren. Gregor Lübbers spielt Vater Alfred, der damit der einzige Darsteller ist, der die gleiche Rolle wie 1999 innehat. Alfred Schlapphoff ist Werftarbeiter, jedoch seit einiger Zeit arbeitslos. Seine Frau Martha, dargestellt von Mechthild Grunert, ist die tüchtige Hausfrau und Mutter, die aber ganz heimlich mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat.
Als ihr Sohn eines Tages die „sturmfreie Bude“ zusammen mit seiner Freundin Steffanie, dargestellt von Ines Grunert, nutzen will, wird er prompt von seinen Eltern überrascht. Mutter Martha besteht selbstverständlich auf der sofortigen Verlobung – die sich zu einem großen Desaster entwickelt. Und mittendrin stört die lästige und neugierige Nachbarin Bertha Möller, dargestellt von Regisseurin Doris Berndmeyer.
Zum ersten Mal auf der Bühne stand Felix Wulfers, der den nicht auf den Mund gefallen Sohn Jens mit Charme verkörperte. Beeindruckt zeigten sich die Zuschauer wieder von dem kreativ gestalteten Bühnenbild. Thomas König, Gerd Plaggenborg, Robby Cauwels, Sebastian Salei, Rüdiger Hempen und Daniel Siebrands verwandelten die Realschulbühne in ein typisches Wohnzimmer der 80er Jahre inklusive Telefon mit Wählscheibe und Blumentapeten.
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, hat noch an drei weiteren Aufführungsterminen die Chance, das Familienchaos der Schlapphoffs live mitzuerleben.
