Von Karsten Röhr
Frage:
Was lesen Sie gerade?Dahms:
Das Buch gibt’s noch gar nicht. Was ich davor gelesen habe, war „Eine englische Art von Glück“ von Andrea Levy.Frage:
Levy ist eine große Entdeckung in der englischen Literatur. Was hat Ihnen in der Buchhandlung – auch wirtschaftlich gesehen – zuletzt große Freude gemacht?Dahms:
„Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling war und ist ein ganz großer Renner, auch „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann. Sehr gefragt ist auch hier das Jesus-Buch von Ratzinger.Frage:
Woran hängt der wirtschaftliche Erfolg?Dahms:
Werbung in Zeitung und Fernsehen macht viel aus. Auch wenn Autoren gerade zur Präsentation ihrer Bücher in Talkshows gewesen sind, stehen die Leute am nächsten Tag im Laden. Das ist ein kurzfristiger, absehbarer Erfolg. Langfristig ist es schwieriger, zumal wir ja nicht wissen, was die Verlage rausbringen wollen, das wissen wir höchstens ein halbes Jahr vorher.Frage:
Und der nächste Harry Potter?Dahms:
Der wird natürlich auch wieder ein Erfolg, der englische Band im Sommer und der deutsche im Herbst. Ein Drittel der Leser kaufen mittlerweile die englische Fassung, weil sie es nicht abwarten können.Frage:
Welche Rolle spielen die Buchmessen?Dahms:
Das ist nicht so gravierend, eigentlich nur bei den Büchern, die Preise bekommen, wie den Deutschen Buchpreis in Leipzig.Frage:
Erreichen Sie die Zahlen der vergangenen Jahre?Dahms:
Es wird weiterhin viel gelesen und Bücher auch gern verschenkt. Auch das Internet hat uns persönlich nicht viel weggenommen. Wir wollen natürlich mindestens das Vorjahresergebnis schaffen, aber da kann auch gerne noch etwas passieren.Gabriele Dahms (Bültmann & Gerriets, Oldenburg) äußert sich nach dem Tag des Buches zur Situation im Buchgeschäft.
