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NWZonline.de Nachrichten Kultur

„Jetzt ist hier eine Stunde Abriss“

21.08.2016

Hamburg In einer lauen Sommernacht mit Vollmond und den britischen Headlinern von Bastille hat das zehnte Dockville-Festival in Hamburg-Wilhelmsburg begonnen. Die Indie-Rock-Band um Frontmann Daniel Campbell Smith rockte am Freitag die Hauptbühne „Großschot“ auf der Elbinsel. Der Londoner begrüßte das Publikum auf Norddeutsch: „Moin Dockville. Wir sind Bastille!“, um dann auf Englisch seine Begeisterung über das Festival kundzutun. Die Menge zeigte sich bei Bastilles deutschlandexklusivem Festivalauftritt textsicher und stimmgewaltig – besonders bei dem Hit „Things we lost in the fire“.

Kräftig mitgebrüllt wurde am Auftakttag auch beim letzten Song von Milky Chance, „Stolen Dance“ - dem Lied, das einst von Kassel um die Welt ging. Das Folktronica-Duo aus Nordhessen mit seinem Sorglos-Sound und einer Mundharmonika passte zur entspannten Atmosphäre zwischen Hafenindustrie und Birkenhainen. Milky Chance sind dort alte Bekannte: Sie wurden beim Dockville 2013 groß und waren vorher bereits selbst als Festivalgänger nach Wilhelmsburg gekommen. „Hier sind wir schon als 16-, 17-Jährige hingegangen. Viele Freunde von uns aus Kassel sind heute hier. Die Laune ist mega gut“, rief Sänger Clemens Rehbein.

Launig und laut ging es dann auch bis kurz vor Mitternacht auf der zweitgrößten Bühne „Vorschot“ mit der Punkband Feine Sahne Fischfilet aus Mecklenburg-Vorpommern zu. „Jetzt ist hier eine Stunde Abriss“, kündigte der bullige Frontmann Jan „Monshi“ Gorkow an. Eine meterlange Antifa-Fahne wehte vor der Bühne zu den Ska-Klängen der zwei Trompeten hin und her. „Wenn wir eines über kommerzielle Festivals gelernt haben, ist es, dass Kurze und Mischgetränke immer zu teuer sind. Deswegen bringt man sich seinen Schnaps von Aldi selbst mit“, meckerte Gorko vor der bereits riesigen Fischfilet-Fangemeinde.

Bis Sonntagabend werden noch weitere heimliche und echte Headliner erwartet. Haupt-Act am Samstag sind die Foals aus Oxford mit ihrem Math-Rock, am Sonntag die Rap-Combo K.I.Z. aus Berlin. Als Geheimtipps gelten die Hamburger Lokalmatadorinnen des Indie-Duos Schnipo Schranke, das Wiener Quartett Bilderbuch (beide Samstag) und die junge Hauptstadt-Band Isolation Berlin (Sonntag). Wie am Freitag werden auch an den anderen beiden Dockville-Tagen rund 20 000 Besucher auf dem Gelände am Reiherstieg erwartet.

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