Rastede - Es war jugendlicher Leichtsinn, der Friedrich-August Fisbeck dazu brachte, die „Rasteder Jagdfanfare“ zu komponieren. Über 40 Jahre ist das inzwischen her, da war der Rasteder Anfang 20. Die Bläsergruppe Rastede-Süd war gerade gegründet worden, als Fisbeck das Stück schrieb, das noch heute erfahrenen Jagdhornbläsern einiges abverlangt. Warum? „Es wird sehr schnell geblasen“, erklärt er. Und um das zu können, muss man das Instrument gut beherrschen.
Wie die „Rasteder Jagdfanfare“ klingt, ist am Sonntag, 18. Juni, zu hören. Dann wird Fisbeck mit der Bläsergruppe Rastede-Süd, deren musikalischer Leiter er ist, auf dem Turnierplatz am Landeskürwettbewerb im Jagdhornblasen teilnehmen (siehe Infokasten). 58 Gruppen werden bei dem Wettbewerb antreten. Aufgeteilt in drei Schwierigkeitsstufen werden fast 1000 Bläser aus Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein das musikalische Gesicht der Jagd zeigen.
Über 300 Bläsergruppen
„Ich bin sehr erfreut, dass so viele Gruppen dabei sein werden“, sagt Sigrid Tönnies. Anfang dieses Jahres wurde die Visbekerin (Kreis Vechta) zur Landesbläserobfrau ernannt und ist seitdem erste Ansprechpartnerin für die mehr als 300 organisierten Bläsergruppen mit über 5000 Bläsern in Niedersachsen. Für die 50-Jährige ist es der erste Wettbewerb, den sie leitet.
„Ich bin durch meinen Vater zum Jagdhornblasen gekommen“, erzählt Sigrid Tönnies. Der war selbst Jäger und Jagdhornbläser und habe immer gesagt: „Du kannst eher Jagdhornblasen als Laufen.“ Als sie zehn Jahre alt war, griff sie zu dem Instrument und legt es seitdem nur noch selten aus der Hand. „Zurzeit üben wir in unserer Gruppe drei Mal pro Woche“, sagt sie.
Märsche und Fanfaren
Beim Landeskürwettbewerb in Rastede stehen vor allem Jagdmärsche und Jagdfanfaren auf dem Programm. „Es gibt sehr anspruchsvolle Stücke, die bei den Leuten auch ankommen“, schildert die Landesbläserobfrau. Jagdsignale, wie man sie von Jagdveranstaltungen kennt, sind indes nicht Teil des Wettbewerbs.
Diese Signale bilden allerdings den Ursprung des Jagdhornblasens. „Die Jagdhörner dienten einst der Verständigung im Feld“, erläutert der Geschäftsführer der Residenzort Rastede GmbH, Robert Lohkamp. Er lernt das Jagdhornblasen gerade und freut sich schon auf den Landeskürwettbewerb, der in die 1. Rasteder Naturerlebnistage eingebettet wird – eine neue Großveranstaltung für die ganze Familie, die federführend von der Residenzort GmbH organisiert wird.
„Wir wollen zeigen, wie vielfältig die Natur ist“, sagt Lohkamp. Und wo geht das besser als auf dem Turnierplatz und im Schlosspark, die Rastedes grünes Herz bilden.
