JEVER - Es ist bunt, es ist schrill, es könnte auch aus Zuckerwatte, Lakritzstangen und Gummibärchen gemacht worden sein. Und es erinnert an Herbert Grönemeyers „Kinder an die Macht“: das dreidimensionale Modell der Stadt Jever zum 475. Stadtgeburtstag, das rund 1000 Kinder im vergangenen halben Jahr in vielen Kunstaktionen der Kunstschule Kiebitz und des Schlossmuseums Jever mit Engagement und handwerklichem Geschick gebastelt haben.
Endlich ist es fertig und steht bereits im Steinsaal des jeverschen Schlosses. Dort wartet es auf die Ausstellungseröffnung am Tag der offenen Tür, der am Sonntag, 11. Dezember, von 12 bis 18 Uhr stattfindet. Dann gibt es ein buntes Programm rund um das Modell unter anderem mit Vorführungen beteiligter Schulklassen und Beiträgen des Kunstschulteams. Auch die Sonderausstellungen „Wohlgeruch und Silberglanz“ und „Sie schauen noch?“ zur Geschichte des Einzelhandels in Jever sind dann geöffnet.
Vorab wurde das Stadt-Modell am Freitagvormittag den Sponsoren präsentiert.
Viele Kinder im Alter von drei bis 13 Jahren hatten unter dem Motto „Jever steht Modell“ im Rahmen der Ferienpassaktionen, der Zeltwerkstatt und einiger museumspädagogischer Aktionen des Schlossmuseums und der Kunstschule die Marienstadt so nachgebaut, wie sie sie sehen. Entstanden ist ein buntes Modell mit vielen interessanten Details und einem hohen Wiedererkennungswert.
Zu sehen ist nicht nur das jeversche Schloss, sondern auch das Kreisamt, die jeversche Brauerei, die Stadtkirche und die historische Schlachtmühle. Zudem gibt es Parkanlagen, Häuser, Straßen, Autos, Menschen, Pferde und Enten. Gebastelt wurde unter anderem mit Ton, Holz, Papier, Draht, Steinen, Pappmaché und viel Farbe. „Die Kinder hatten sehr viel Spaß bei der Gestaltung“, so Ulrike de Buhr, Leiterin der Kunstschule Kiebitz.
Gefördert wird das Projekt von der „Dr.-Falko-Oellrich-Stiftung“ und der „Elfriede-Weich- Stiftung“, beide werden verwaltet in der „Jade-Wirtschaftsraum-Regionalstiftung“ (Ja-Wir-Stiftung). Dr. Falko Oellrich unterstützt regelmäßig Kunstprojekte der Kunstschule Kiebitz in Jever.
Dr. Jens Rütters von der „Ja-Wir-Stiftung“ wies auf den museumspädagogischen Nutzen des Kunstprojekts hin: „Ich bin begeistert von der traditionellen Arbeitsweise der Kunstschule, sie ist ein Gegengewicht zur zweidimensionalen virtuellen Computerwelt und ermöglicht den Kindern, ihre Umwelt mit den eigenen Händen zu begreifen“, so Rütters. „Den Kindern fehlt das handwerkliche Arbeiten in ihrem Lebensalltag, viele werden gerade deswegen zu uns geschickt“, meint auch Ulrike de Buhr.
Neben dem Erstellen der Miniatur-Stadt waren Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 19 Jahren zudem aufgerufen, fantasievolle Ansichtskarten zu gestalten, die in einer Galerie rund um das Stadtmodell ausgestellt werden. Die besten neun Arbeiten werden in je drei Altersklassen während der Ausstellungseröffnung am Sonntag um 12 Uhr von Bürgermeisterin Angela Dankwardt ausgezeichnet.
Die Ausstellung „Jever steht Modell“ ist noch bis zum 8. Januar zu den Öffnungszeiten des Schlossmuseums – dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr – zu sehen. Montags ist das Museum geschlossen.
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