JEVER - Einen kurzen, aber begeisternden Opernabend erlebten die Besucher am Sonntagabend bei der Aufführung von Henry Purcells „Dido und Aeneas“ unter Leitung von Dr. William Pugh im Theater am Dannhalm. Mit Solo- und Chorgesang, einem kleinen Orchester und mitreißendem Tanz verzauberten die Akteure die Gäste in einer nahezu perfekten Aufführung der englischen Oper aus dem 17. Jahrhundert.
Schon nach wenigen Klängen des nur aus fünf Musikern bestehenden Orchesters ist das Publikum im Theater eingetaucht in die Welt der antiken Sagen: Aeneas, Sohn des Priamos, ist aus dem zerstörten Troja geflohen.
Unglückliche Liebe
Auf seiner Reise, die ihn nach Italien führt, wo er einer der Gründer Roms werden soll, verliebt er sich in Dido, Gründerin Karthagos. Mit dem unglücklichen Ende dieser Liebe wird der spätere Konflikt zwischen den beiden antiken Weltmächten vorweggenommen.
In fünf fast szenischen Teilen wird die Geschichte dieser Liebe erzählt: Dido (Heide Grünfeld) möchte Aeneas (Bert Suhlmann) in Karthago halten. Er jedoch muss seinen von den Göttern erteilten Auftrag erfüllen. Die Zauberin (Janine Wilson), die Dido schaden und sie vernichten will, hintertreibt die Liebe der beiden und zwingt Aeneas durch einen falschen Götterboten, seine Reise fortzusetzen.
Mit zwei Violinen (Henning Vater und Annika Schmidt), einer Bratsche (Peter Schulze), einer Viola da Gamba (Martin Flieger) und einem Cembalo (Dr. Reinhard Böhlen) zaubern die Musiker mit nur kleinen Mitteln große Oper ins Theater. Auch die Solisten und der Chor verstärken den Zauber der an sich schon schönen Melodien noch. Dass die Akteure überwiegend Laien sind, ist nicht zu spüren: Auch Bühnenbild und Kostüme machen die Inszenierung nahezu perfekt.
Kraftvolles Ballett
Richtig war es auch, aus der Oper eine Ballettoper zu machen. Genau so professionell, kraftvoll und ausdrucksstark wie die übrigen Darsteller setzten die Tänzerinnen der Ballettschule bei der Mühle in Schortens die Musik in Bewegung um. Mit wunderschönem Tanz gaben sie der Aufführung besonderen Glanz und zauberten stimmungsvolle Bilder auf die Bühne.
Wohl jeder Zuschauer hätte sich davon mehr gewünscht, denn – das war der einzige Mangel – nach genau einer Stunde war Schluss und trotz des begeisterten Beifalls hat Henry Purcell keine Verlängerung vorgesehen.
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