JEVER - Porsche Standard, 2 Zylinder, 25 PS. Nicht nur Porsche-Liebhaber merken schnell, dass es sich hierbei um keinen Sportwagen handeln kann. Die Rede ist von einem 51 Jahre alten Trecker. Die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) am Hillernsen Hamm in Jever hat es sich gemeinsam mit dem Porsche-Diesel-Club zur Aufgabe gemacht, im Rahmen des „Porsche Junior Projekts“ diesen Oldtimer zu restaurieren.
Hermann Luiken aus Jever hat den knallroten Trecker vor 13 Jahren als „Straßenfund“ in Horumersiel gekauft und nach Jever gebracht. Dort diente er zunächst seinen Kindern als Anschauungs- und Übungsobjekt. „Unsere Kinder sollten die alte Technik kennen und verstehen lernen“, so Luiken. Nun stellt Lüken den Oldtimer als Trecker-Pate für das „Porsche Junior Projekt“ zur Verfügung.
Unter Leitung von Jörg Fiebig werden Norbert Hasselbach, Michael Löschen, Dorothee Fritsche, Mathias Oldendorf, Thomas Rocker und Waldemar Keterling das Gefährt in den nächsten Monaten auseinander nehmen und von Grund auf erneuern. Als Pate stellt Luiken nicht nur den Trecker, sondern auch das Material für die Reparaturen und finanziert eventuelle Arbeiten, die an Fachwerkstätten vergeben werden müssen.
„Von diesem Projekt profitieren alle“, betont WfbM-Leiter Lothar Steinbach. Die Teilnehmer, die aus allen Bereichen der Einrichtung kämen und sich freiwillig für das Projekt gemeldet hätten, lernten nicht nur etwas über Unfallverhütung und Teamarbeit, sondern erlangten zudem technisches Wissen. In Arbeitsgruppen sollen Dokumentationen über das Projekt angefertigt und ins Internet gestellt werden. „Das Porsche-Projekt ist für unsere Mitarbeiter ein weiterer Schritt zu mehr Teilhabe am Arbeitsleben“, so Steinbach. Es fördere zudem die Selbstständigkeit, nehme die Angst vor neuen Herausforderungen und steigere das Selbstwertgefühl.
Ähnlich sieht das der Präsident des Porsche-Diesel-Clubs, Harald S. Stegen: „Die Teilnehmer arbeiten von A bis Z an einem Auftrag, lernen die Arbeitsabläufe kennen und haben ein Erfolgserlebnis, wenn der Traktor am Ende schöner dasteht als zuvor.“ Lob kam auch von Jevers Bürgermeisterin Angela Dankwardt, die den Teilnehmern viel Spaß und Erfolg bei der Arbeit wünschte.
Technische Unterstützung wie Spezialwerkzeuge oder auch Handbücher bekommen die Projektteilnehmer vom „Porsche Diesel Club“ aus Bremen, der inzwischen an mehr als 80 Projekten dieser Art deutschlandweit beteiligt ist. Er verfügt Stegen zufolge auch über ein Ersatzteilnetzwerk, auf das auch die neue Porsche-Werkstatt in Jever zurückgreifen kann.
