JEVER - Es war eine Riesenparty der reiferen Semester: Mehr als 2000 Besucher aus dem gesamten Nordwesten bevölkerten am Samstagabend zur DJ-Night Schlosshof und Schlossinnenhof in Jever, um ihren nostalgischen Gefühlen für die legendären Musikschuppen und Diskotheken und ihren legendären DJs zu frönen. Schon an der Kasse erwarteten sie die alten Zeiten: Hildegard Schönenberg, ehemals Kassiererin im „Scala“ und im „Charts“, hatte ihr altes Disco-T-Shirt wieder übergeworfen und stempelte Micky Mäuse auf die Hände.

„Ich bin überwältigt!“, freute sich Schlossherrin Professor Dr. Antje Sander mit Kurator Peter Schmerenbeck über den Erfolg der Abschlussveranstaltung der Sonderausstellung „Break on through to the other night – Tanzschuppen, Musikclubs und Diskotheken im Weser-Ems-Gebiet in den 1960er, 70er und 80er Jahren“. Selbst ein halbstündiger Stromausfall auf dem gesamten Schlossgelände tat der guten Stimmung der Besucher keinen Abbruch.

Punkt 18 Uhr hatten die legendären VitaVox-Boxen, die zwischen 1973 und 77 im Oldenburger „Tiffany“ bei Emil Penning gelaufen sind, mit Rainer Urbschat am Pult losgewummert. Penning selbst, der seit 1977 nirgendwo mehr hinter dem Plattenteller stand, zeigte seinen Fans, dass er in all den Jahren nichts verlernt hat. Mit verrucht ins Mikro geröhrtem „Ha, ha, ha“ sorgte er dafür, dass sich die Tanzfläche im Schlosshof schnell füllte. Und später am Abend, als Penning den Platz am Pult schon längst an Rio de Luca – für ihn gab es als Überraschung zwei Gogo-Girls – vom „Whisky a Gogo“ und Sven Rogall von „Meta“ in Norden abgegeben hatte, zeigte er auch beim Tanzen, was er noch kann.

Während Rio de Luca und Uwe Müller auf dem Platz und Gisbert Wegener, Wolfgang Milewski, Otto Sell und Rolf Joschko im Hof ihre Lieblingsstücke spielten, hatte Rogall als erstes ein Jane-Stück aufgelegt – in Erinnerung an Peter Panka, dem vor genau einem Jahr, am 28. Juni 2007, verstorbener Drummer von Jane.

Jane, Colosseum, Kinks, Stones, Birth Control, die Doors – natürlich mit dem Ausstellungs-Soundtrack „Break on through . . .“ – Deep Purple und Eric Burdon wummerten bis weit nach Mitternacht aus den Boxen. Aktuellster Titel war „Owner of a lonely heart“ von Yes – 1983 erschienen ist er auch schon reife 25 Jahre alt.

Wer Pause von der Musik brauchte, ging in der Ausstellung seinen Erinnerungen nach. Zwar ist die Sonderausstellung beendet, doch ist im Schlossmuseum auch weiterhin eine von Kurator Peter Schmerenbeck modifizierte Schau der Jugend-, Musik- und Freizeitkultur zu sehen. Zur Ausstellung erscheint eine Begleit-DVD, die demnächst erhältlich ist.

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