JEVER - JEVER/US - Ein umfangreiches Paket freiwilliger sozialer Leistungen hat der neue jeversche Ausschuss für Schule, Jugend, Soziales und Familie in seiner ersten Sitzung verabschiedet.

Im Mittelpunkt stehen dabei Zuschüsse für den Seniorenpass und für den gemeinsam mit der Stadt Schortens veranstalteten Ferienpass für Kinder und Jugendliche.

Den Seniorenpass 2007 wird die Stadt mit einem Zuschuss von 11 000 Euro fördern. Das Angebot soll auch im kommenden Jahr u. a. wieder drei Ausflugsfahrten, einen plattdeutschen Nachmittag sowie ermäßigte Eintrittskarten für das Kino und die Niederdeutsche Bühne beinhalten.

Für den Ferienpass stellt die Stadt 3000 Euro zur Verfügung, das Jugendzeltlager im Sommer soll zusätzlich mit 600 Euro mitfinanziert werden.

Darüber hinaus sieht der Beschluss des Ausschusses weitere Zuschüsse vor. Das Familienbündnis wird mit 3000 Euro gefördert, für den Discobus „Nachteule“ werden 2400 Euro zur Verfügung gestellt, für die Hausaufgabenhilfe gibt es 700 Euro, der Präventionsrat erhält 1000 Euro.

Nur unter Vorbehalt hat der Ausschuss einen Zuschuss von 1000 Euro für die Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven-Friesland genehmigt. Peter Kaiser (CDU) verwies darauf, dass die Beratung von Arbeitslosen durch die Arbeitsmarktreform Hartz IV ausgebaut worden sei. Zudem hätten auch andere Kommunen – zuletzt der Kreis Friesland – ihre Unterstützung für die Arbeitsloseninitiative gestrichen. Derzeit zahlten nur noch Sande und Jever. „Da stellt sich die Frage, ob die Unterstützung noch sinnvoll ist“, so Kaiser.

Der Ausschuss einigte sich darauf, den Zuschuss für 2007 zu bewilligen. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob die Förderung in den Folgejahren fortgesetzt werden soll.

Aufgestockt wird der Zuschuss für den Seniorenbeirat von 600 auf 1000 Euro. Der neu gewählte Seniorenbeirat hatte die Erhöhung beantragt, um seine Aktivitäten verstärken zu können. Bei der Wahl des Gremiums im Sommer hatte die Wahlbeteiligung bei nur noch rund acht Prozent gelegen.

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Schloss öffnet seine „Wunderkammer“

museumNeuer Raum gibt Einblicke in friesische Kulturgeschichte – OLB unterstützt Ankauf

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Ein Exponat ist eine alte Krantje-Kanne aus der jeverschen Zinngießerei Tiarks. Das Schloss konnte das Schmuckstück mit Hilfe der OLB auf dem Antiquitätenmarkt kaufen.

von ulrich schönborn

JEVER - Dr. Antje Sande, rührige Leiterin des Schlossmuseums in Jever, weiß nicht nur, wo es wertvolle Stücke für die Sammlung gibt, sondern auch, wen sie bei der Finanzierung um Hilfe bitten kann. Jetzt hat sie dieses Talent einmal mehr unter Beweis gestellt: Auf dem Antiquitätenmarkt wurde eine so genannte Krantje-Kanne angeboten. Die Oldenburgische Landesbank (OLB) Jever unterstützte den Kauf mit einer 1000-Euro-Spende.

Die Krantje-Kanne ist in der neuen „Wunderkammer“ des Schlosses zu sehen, die im Rahmen des „Musealog“-Projektes von der Kunsthistorikerin Karin Kuppig zusammengestellt wurde und zum Tag der offenen Tür am morgigen Sonntag (siehe Info-Kasten) offiziell eröffnet wird.

Der Raum beinhaltet originale Schätze aus der friesischen Kulturgeschichte um 1800, zu denen neben Sonntagsporzellan, Trachten und Haarkämmen auch jene Zinnkanne gehört, die im gesellschaftlichen Leben der damaligen Zeit eine wichtige Rolle gespielt hat.

„Aus der Krantje-Kanne wurden Heißgetränke wie Kaffee oder Tee getrunken, die damals als sichtbares Zeichen des Wohlstands und Bürgertums auch auf dem Land in Mode kamen“, erklärt Sander. Die Kannen hatten am Bauchende meist mehrere Hähne, aus denen das Getränk in geselliger Runde gezapft werden konnte.

Wer wissen will, wie ein solcher Kaffeeklatsch damals ausgesehen hat, kann sich im Schlossmuseum auch gleich das Bild „Clevernser Bauernfrauen am Kaffeetisch“ ansehen, auf dem der Maler Friedrich Barnutz 1835 eine solche Runde mit Krantje-Kanne festgehalten hat.

Das Besondere an der jetzt erstandenen Kanne ist, dass sie aus der traditionsreichen jeverschen Zinngießerei Tiarks kommt und somit nicht nur die damalige Trinkkultur symbolisiert, sondern einmal tatsächlich auf einem Kaffeetisch im Jeverland gestanden haben dürfte.

„Wir sind sehr froh, Partner zu haben, die uns bei solchen Anschaffungen ganz unkompliziert unterstützen“, sagte Sander. Das Schloss habe selbst keinen Etat und müsse bei Angeboten auf dem freien Markt zudem meist schnell reagieren.

Andreas Poppen von der OLB Jever betonte, dass die Bank gerne geholfen habe. „Das Schlossmuseum hat für Jever eine enorme Bedeutung und muss deshalb von allen gepflegt und unterstützt werden“, sagte er.