JEVER - „Gütig, gnädig und barmherzig“ – das ist der Leitsatz des christlichen Pfadfinderstamms Franziskus aus Jever und dem Wangerland. Und dieser Satz wird in Zukunft im Oberbalken über den grauen Toren ihrer Scheune in Wiefels stehen, die am Montagabend feierlich eingeweiht wurde.

„Ich bin begeistert davon, was die Pfandfinder und die ehrenamtlichen Helfer aus dieser Scheune gemacht haben“, sagte Volker Landig aus Jever, Pastor im Ruhestand, in seiner Eröffnungsrede. Auch Jevers Bürgermeisterin Angela Dankwardt lobte die Pfadfinder für ihr Engagement. Die Stadt Jever war allerdings finanziell nicht an dem Projekt beteiligt. Auch der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Wiefels, Arthur Janßen, zeigte sich von der Scheune begeistert. Er selbst hat viele Stunden Arbeit in den Umbau investiert.

„Die Idee, die Scheune umzubauen, entstand am Lagerfeuer“, berichtet Fredo Eilts, Leiter der Franziskus-Pfadfinder. 2007 begannen dann die Bauarbeiten. In etwa 1000 Stunden Arbeit wurde die Scheune, die Eilts zufolge in „grauenhaftem Zustand“ war, für die Franziskus-Pfadfinder umgebaut. Auch der große Garten wurde von den Pfadfindern und ihren Helfern neu angelegt. „Wir haben allein etwa 100 Lastwagenladungen Erde aufgefahren“, berichtete Arthur Janßen über das Mammut-Projekt. Eilts dankte besonders Monika Krüger und Jens Raatz für ihren Einsatz beim Scheunenausbau: „Sie haben getischlert und gestrichen, was das Zeug hält“, sagte Eilts.

Die Scheune war zuvor von der Kirchengemeinde genutzt worden. „Zuletzt lagerten auf dem Backsteinboden Steine für den Kirchenbau, darunter auch Grabsteine“, erinnert sich Landig.

Finanziell möglich gemacht wurde das etwa 25 000 Euro teure Projekt vor allem durch die Kirchengemeinde Jever, die Mittel aus den Ortskirchengeldern zur Verfügung stellte, aber auch Stiftungen und weitere Spender beteiligten sich an dem Projekt.

„Wir wollten kein Drei-Sterne-Hotel, das entspricht nicht unserem Grundsatz von Bescheidenheit, aber wir wollten einen Raum schaffen in dem sich unsere Pfadfinder wohlfühlen können“, verdeutlicht Eilts die Beweggründe für den Umbau der Scheune.

Zuvor seien die Pfadfinder sehr versprengt gewesen, trafen sich unter anderem auch in Tettens. Wiefels sei die Mitte zwischen Jever und dem Wangerland, da es kommunal zum Wangerland gehöre, kirchlich aber an Jever gebunden sei, so Eilts. Deshalb eigne sich diese Scheune ausgezeichnet als Treffpunkt für die Pfadfinder.

In Zukunft sollen in der Scheune unter anderem Seminare abgehalten werden, wobei es dann zum Beispiel um Natur und Umweltkunde gehen soll. Auch die wöchentlichen Gruppentreffen der Pfadfinder sollen ab sofort in der Scheune stattfinden. „Aber wir wollen auch praktisch mit den Kindern und Jugendlichen etwas machen. So werde ich zum Beispiel hier im Garten um die Scheune herum imkern und ein Kräutergarten ist auch geplant“, erzählt Eilts. Die Scheune ist nun Zentrum für etwa 80 Kinder und Jugendliche. „Auch unserer gesamtes Material lagert nun hier in der Scheune“, so Eilts.

Am Ende bekam auch er von Stammesleiter Matthias Götzl stellvertretend für alle Franziskus-Pfadfinder Dank ausgesprochen.