Jever - Dass das jeversche Schlossmuseum nicht nur Streichquartette und Violinkonzerte „kann“, sondern auch im wabernden Disconebel versinken und unter abgrundtiefen Bässen von Rockmusik erzittern, daran wurden Samstagnacht alle Besucher und Anwohner in Jever mit der DJ Night erinnert.
Rund 2000 Besucher – überwiegend im Rentenalter oder kurz davor – tauchten auf dem Schlosshof ein in die Jugendkultur der 60er und 70er Jahre, als Diskotheken wie „Whisky“, „Tiffany“ „New Timer“, „Meta’s“, „Palazzo“ und einige mehr im Oldenburger Land Pilgerstätten für die Jugend waren und Kultstatus erlangten.
Ebenso legendär wie die Discos sind ihre DJs Rio de Luca (Apollo, Old Crow, Whisky à Gogo), Emil Penning (Red Baloon, Tiffany), Sven Rogall (Meta’s Musikschuppen), Rainer Urbschat (Why Not, Renaissance), Rolf Joschko (Charts, Novo, Rocktheater), Wolfgang Milewski (Newtimer, Palazzo) und Gisbert Wegener (Scala). Sie legten ab 19 Uhr bis spät in die Nacht Platten aus der Zeit auf, „als noch richtig gute Musik gemacht wurde“. Findet man auch im Publikum. „Geil“, jauchzt einer, als Rio die Electric Prunes auflegt.
Am Vorabend ein Vortrag über Cannabiskonsum, dann exstatische Rockmusik – „wir trauen uns was“, sagt Museumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander. Die bereits fünfte DJ Night soll mal wieder Abschluss der vor zehn Jahren eröffneten Ausstellung „Break on through to the other side“ (nach einem Song der Doors) über die Kult-Diskotheken der Region sein. Aber mit der von Peter Schmerenbeck organisierten letzten DJ Night ist es wie mit den Rolling Stones. Die machen auch alle paar Jahre eine neue Abschiedstour. . .
