JEVER - Die ganze Zeit wippen die Füße in den Kirchenbänken, immer mal wieder klatscht das Publikum im Takt mit. Am Ende hält es keinen der gut und gerne 400 Besucher in der Stadtkirche Jever mehr auf den Sitzen: Mit stehendem Applaus beklatschen und bejubeln die Besucher die Aufführung des Gospel-Projekts Jever, das voller Inbrunst, mit Leidenschaft und ansteckender Freude am Singen das Oratorium „Eversmiling liberty“ aufgeführt hat.

Dass das Stück, das die süße Freiheit beschwört, auf Motiven von Georg Friedrich Händels „Judas Makkabäus“ aufbaut, werden vermutlich nur Kenner herausgehört haben. Denn das Gospel-Projekt unter Leitung von Stefan Schauer, der mit großer Gestik seine Sängerinnen und Sänger wie auch die Band zu Höchstleitungen antrieb, hat sich für sein großes Jahreskonzert die Bearbeitung der Dänen Jens Johansen und Erling Kullberg vorgenommen. Und die haben Händels Oratorium mit Rock-, Jazz- und Popelementen ausgestaltet.

In dem Oratorium geht es um die Geschichte des jüdischen Widerstandkämpfers Judas Makkabäus, der im 2. Jahrhundert vor Christus im Freiheitskampf der Juden gegen die hellenistischen Herrscher Syriens Ruhm erwarb.

Die Rolle des Judas Makkabäus hat der Gospelchor „extern“ an Tenor Ernest Clinton vergeben: Der seit bald 20 Jahren in Laboe lebende gebürtige Liberianer hatte in den 70-er Jahren mit den Soulful Dynamics einige Hits. Als „Frauen aus dem Volk“ hatten zudem Ilka Peetz und Ann-Katrin-Mehrens als Solistinnen herausragende Gesangsparts.

Lobenswert auch die siebenköpfige Band, die zuweilen etwas zu laut, aber handwerklich superb agierte.

Mehr Bilder: www.NWZonline.de/fotogalerie-friesland