Jever - Die „Stimme Siziliens“ im ausverkauften Lokschuppen: In der Reihe Musikalischer Sommer in Ostfriesland standen die beiden Musikerinnen Etta Scollo und die Cellistin Susanne Paul mit dem Programm „Scollo con Cello: Tempo al Tempo“ auf dem Programm.
Etta Scollo erzählte und sang von der Zeit, von sich selbst, von Glück und Unglück. Es war eine Reise durch Gefühls- und Klangwelten, vor allem aber eine Reise durch die Zeit – ihre Zeit. Sie spielte dabei mit dem Publikum, ihrer Stimme und unterschiedlichen Instrumenten.
Die in Catania geborene und aufgewachsene „Stimme Siziliens“ ist vor wenigen Wochen 60 Jahre alt geworden. Ihre Sängerinnen-Karriere ist beachtlich und irgendwo zwischen den Welten des Pop, Jazz, Folk, Chansons, Blues und Italo-Soul anzusiedeln. Ihre Ausstrahlung und ihre Stimme haben etwas Fesselndes und Magisches.
Die Zeit als Maßeinheit des Lebens, als Liebeskraft, Ausdruck der Vergänglich- sowie der Unendlichkeit – das waren die großen Themen des Abends, die von den beiden Frauen mit Mut zu großen Gefühlen, aber auch mit leichter Hand und einem kabarettistischen Unterton präsentiert wurden.
Das Cello in den Händen von Scollos Duopartnerin Susanne Paul verwandelte sich wahlweise zu einem groovenden Etwas, zu einer Flamenco-Gitarre oder zu einem experimentellen Klangkörper. Die sizilianische Sängerin mit Wohnsitz Berlin und ihre Cellistin haben ineinander die idealen musikalischen Partner gefunden. Ein Abend, der zum Nachdenken anregte und gleichzeitig einfach nur Spaß gemacht hat.
