JEVER - JEVER/LR - „Mozart trifft Meinardus“ ist der Titel einer musikalischen Lesung, die das Schlossmuseum in Jever am Dienstag, 3. Oktober, im Audienzsaal des Schlosses veranstaltet. Beginn ist um 18 Uhr.
Der Schauspieler Heinz-Josef Kaspar rezitiert Texte aus Ludwig Meinardus’ Mozart-Biografie. Der musikalische Rahmen – Klavierwerke von Mozart und Meinardus – wird von Svetlana und Gundolf Semrau gestaltet.
Im Gegensatz zum bekannten Lebensweg Mozarts ist der von Meinardus erklärungsbedürftig: Ludwig Meinardus (1827 bis 1896) verbrachte seine Schulzeit am Mariengymnasium in Jever. Auf Anraten Robert Schumanns studierte er danach am neu gegründeten Leipziger Konservatorium bei Felix Mendelssohn Bartholdy Klavier und Komposition. Über verschiedene Anstellungen als Dirigent gelangte er 1874 nach Hamburg als Kritiker des „Hamburgischen Correspondenten“.
In dieser Zeit entstand seine bekannteste Komposition, das Oratorium „Luther in Worms“ sowie die populäre Biografie „Mozart. Ein Künstlerleben“ (1883).
In der Veranstaltung geben Buch-Ausschnitte über Mozarts Leben in Wien, sein Auftreten, seine Kompositionsweise und seine letzten Stunden Auskunft – und vermitteln einen Eindruck vom musikschriftstellerischen Schaffen Meinardus’.
Auf seiner letzter Station in Bielefeld schrieb er den Roman „Eigene Wege“ (1896), der einen tiefen Einblick in das gesellschaftliche Leben seiner Entstehungszeit gibt. Aus diesem Werk werden in dem Konzert ebenfalls einige Abschnitte vorgetragen.
Als Interpret der Texte konnte Heinz-Josef Kaspar gewonnen werden, der viele Jahre am Wilhelmshavener Theater als Schauspieler tätig war und seit 1999 als freischaffender Rezitator mit seinen Programmen durch Europa, Asien und Afrika reist.
Den musikalischen Part der drei Konzerte gestalten die Pianisten, Klavierpädagogen und Konzertinitiatoren Svetlana und Gundolf Semrau. Neben den Variationen B-Dur (KV 500), der vierhändigen Sonate F-Dur (KV 497) und drei Frühwerken Mozarts spielen sie zwei Werke von Meinardus', das Grave aus der Novelle D-Dur op. 1 (1850) sowie die Novelle c-Moll op. 7 (1853). Die romantisch geprägten Werke Meinardus' bringen die Verbindung ins 21. Jahrhundert zu der Komposition „Geisteswanderung“ des Wilhelmshavener Komponisten K.H. Rademacker-Steinborn, in der er die letzten Takte aus Mozarts Requiem dessen Fantasie d-Moll gegenüberstellt.
