JEVER - Die Bedingungen für die 14. Happy-Jazz-Night im Schlosshof Jever waren ideal: Die Sechserformation „Jazzbreeze“ aus Hamburg war in bester Spiellaune und der Wettergott bescherte den Freunden des Swing und Dixieland milde Temperaturen ohne einen Tropfen Regen.

Der einzige Wermutstropfen dieses Abends war indes ein deutlich geringeres Publikumsinteresse als sonst.

Museumsleiterin Dr. Antje Sander nahm es jedoch ebenso gelassen wie die sechs Profis, die im Innenhof mit einer Musik aufspielten, die das Lebensgefühl schwarzer und weißer Musiker in Amerika der 20er und 30er Jahre widerspiegelte.

Nach einem kurzen Entrée eröffnete die Band mit „Bill Street Blues“ im Stil des Dixieland. In der klassischen Formation mit Trompete (Holger Christiansen), Posaune (Rainer Morlak) und Klarinette und Saxophon (Jan Peter Carstensen) als Melodie-Instrumente rundeten Schlagzeug (Thomas Greinke), Bass (Peter Dettenborn) sowie das Banjo und die Gitarre mit Bandgründer Klaus Peter Dencker die Instrumentierung ab. Hinzu gesellte sich bei einigen Songs die Stimme von Klaus Peter Decker, der am Ende der 50er Jahre seine erste Band gründete und viele Jahre in den USA mit Jazzgrößen arbeitete.

Zurück in Hamburg gründete er 1995 „Jazzbreeze“. Seitdem tourt das Sextett durch Deutschland und unternimmt immer wieder auch Abstecher nach New Orleans, wo das Herz der Dixieland-Musik schlägt.

Wie mitreißend traditioneller Jazz sein kann, wurde schnell deutlich. Bei den Improvisationen und Soli in „Any Time“ oder „Sweet Dreams“ setzten sich Arme und Beine der Zuhörer in Bewegung. Wie sich die Grundmelodie einer Militärkapelle anhört, zeigte sich beim Song „Bad old gang of mine“, der Geschichte eines alternden Jazzmusikers. Parallel zum Gesang des Bandleaders improvisierte erst die Klarinette und dann die Trompete das Thema, wobei die Posaune mit fröhlicher Stimme antwortete und die Traurigkeit hinwegblies. Frohsinn und Traurigkeit wechselten sich ab, die Musik erzählte von der Sehnsucht des Menschen nach Nähe und Geselligkeit. Nach der dreistündigen Session mit Tanzeinlagen des Publikums verabschiedeten sich die Musiker mit vier Zugaben.