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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kultur: Besondere Identität der Region bewahren

16.07.2020

Jever Neben Exponaten in Museen und Akten in Archiven erzählen Fotografien die Geschichte einer Region. Im Oldenburger Land gibt es wohl Hunderte privater und öffentlicher Fotosammlungen, aber keine, die die Geschichte des Oldenburger Landes als Ganzes abbildet. Das hat Dr. Andreas von Seggern, stellvertretender Leiter des Schlossmuseums in Jever und Leiter des Getreuen- und Bismarck-Museums Jever, zu einem ehrgeizigen Projekt motiviert: eine Art historisches Fotoarchiv, ein Bildgedächtnis des Oldenburger Landes aufzubauen.

Es soll ein digitales Archiv werden, das sich als Online-Plattform für die Kultur und Geschichte des Oldenburger Landes an Interessierte wendet. Als Basis dienen dem Schlossmuseum Jever zwei Fotonachlässe von Fotografen des 20. Jahrhunderts, Wilfried Zucht aus Jever und Franz Tuhy aus Hohenkirchen. Dazu kommt die analoge Fotosammlung der Nordwest-Zeitung, die ebenfalls ausgewertet werden soll. „Das wird ein paar Jahre dauern“, sagt von Seggern, der den Schwerpunkt Fotografie in Jever ausbauen will – freilich über das Jeverland hinaus unter Einbezug der übrigen Kreise und Städte des Oldenburger Landes. Die Fotos müssen gesichtet, inventarisiert und digital gespeichert werden.

Seinen Standort wird das Fotoarchiv im Obergeschoss des Getreuen- und Bismarck-Museums in der Wanger- straße haben. Das Gebäude wird saniert, wobei die Räume des Fotoarchivs als erstes bezogen werden können. Ab Herbst sind dann die Räume des Getreuen- und Bismarck-Museums im Erdgeschoss dran.

Ein erster Eindruck des digitalen Fotoarchivs könnte entstehen, wenn sich im kommenden Jahr die Auflösung des Oldenburger Landes zum 75. Mal jährt und das Schlossmuseum dazu etwas konzipiert. Das Land Oldenburg ging im November 1946 im Land Niedersachsen auf, weil die britische Militärverwaltung in ihrer Besatzungszone nur drei Flächenländer (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) und zwei Stadtstaaten (Hamburg und Bremen, letzteres zunächst unter US-Verwaltung ab 1946 unter britischer) wollte.

Die Oldenburger (wie Braunschweig und Schaumburg-Lippe) kämpften vergeblich um ihre Souveränität. Als Zugeständnis galt die Möglichkeit eines Volksentscheids. Tatsächlich fand ein Volksbegehren 1956 eine Mehrheit. Die Folge war, dass ein Volksentscheid stattfinden musste, der aber immer wieder verschoben wurde. Erst 1975 fand der statt, kurz vor Ablauf der gesetzlichen Frist, und eine Mehrheit stimmte für die Eigenständigkeit Oldenburgs (zu der es freilich nicht kam, weil Bundestag und Bundesrat das ablehnten).

Geblieben sind wenige Institutionen, die an das selbstständige Oldenburger Land erinnern: Da ist die Oldenburgische Landschaft (Vorläufer Oldenburg-Stiftung wurde 1961 gegründet), der Feuerwehrverband, auch das Landesturnier in Rastede gehört zu den Veranstaltungen, die ans Oldenburger Land erinnern. Zu nennen wären das Staatstheater, die Niederdeutschen Bühnen oder regionale Banken und Versicherungen.

Gibt es etwas in Fotoarchiven, was man als Oldenburger Identität bezeichnen (und abbilden) kann? Eine spannende Frage zur Rolle des Grünkohls, der Pferdezucht und des Boßelns, des Klootschießer-Länderkampfs, der großen Volksfeste und des plattdeutschen Brauchtums in der Fotografie.

In anderen Regionen gibt es längst regionale Fotoarchive, mit einem regionalen Bildgedächtnis könnte Oldenburg aufholen. Andreas von Seggern hat mit dem Sammeln längst angefangen.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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