JEVER - Mit einem Grundkapital von 100 000 Euro hat Dr. Falko Oellrich 2006 eine Stiftung gegründet, deren Erlöse in erster Linie der Bibliothek des Mariengymnasiums und der Kunstschule Kiebitz zugute kommen sollen. Nun hat Oellrich weitere 50 000 Euro zur Verfügung gestellt, um im Rahmen seiner Stiftungstätigkeit auch flexibel weitere schulnahe Projekte unterstützen zu können. „Ich denke da an aufwendige Theater-Projekte oder an einen Mathematik- und Informatikpreis für Schüler“, sagte der 63-Jährige am Donnerstag bei der Vorstellung des neuen Projekts.
Paradebeispiel
Die Dr.-Falko-Oellrich-Stiftung ist ein Paradebeispiel für privates Mäzenatentum, das im Jeverland stark ausgeprägt ist. Gefördert wird die Stiftertätigkeit u. a. von der Ja-Wir-Stiftung, die nach Angaben ihres Geschäftsführers Dr. Jens Rütters quasi als „Agentur“ Stifter berät, den Gründungsprozess begleitet, das Stiftungsvermögen verwaltet und den Stiftungszweck überwacht. 17 private Stiftungen mit einem Gesamtvermögen von rund sieben Millionen Euro werden von der Ja-Wir-Stiftung in Friesland, Wilhelmshaven und der Wesermarsch betreut, darunter sechs im Jeverland. Jährlich werden aus den Zinserträgen der Stiftungsvermögen rund 100 000 Euro für gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet.
Dr. Falko Oellrich, der aus Jever stammt, seit 1975 am Mariengymnasium Mathematik und Informatik unterrichtet und Ende Januar in den Ruhestand geht, lebt eigenen Angaben zufolge sparsam und hat keine direkten Nachkommen. Anstatt sein Geld auf dem Konto liegen zu lassen, wolle er lieber nachhaltig Projekte unterstützen, die ihm am Herzen liegen.
Kapital bleibt erhalten
„Mit geht es vor allem darum, Bildung und Leistungsbereitschaft zu fördern und die ehrenamtliche Arbeit, wie sie in der Kunstschule und er Schulbibliothek beispielhaft geleistet wird, zu unterstützen“, so der Pädagoge.
Der Reiz einer Stiftung liege in der Nachhaltigkeit. „Das Kapital bleibt erhalten und bringt langfristig Erträge für den Stiftungszweck“, so Dr. Oellrich. Seine Stiftung habe in den ersten Jahren des Bestehens bereits mehr als 5000 Euro gespendet – u. a. für das Kunstschul-Projekt „Schloss im Karton“ (die NWZ berichtete). Wer die Stiftungszwecke unterstützen möchte, könne jederzeit mit einer so genannten Zustiftung das Stiftungskapital aufstocken.
Neben der Hilfe in Steuer- und Rechtsfragen biete die Ja-Wir-Stiftung vor allem auch eine „humanistische und kulturelle Beratung“ an, so Dr. Jens Rütters, der selbst Kunstwissenschaften studiert hat.
Bei der Verwaltung des Stiftungsvermögens setze er auf „konservative und langfristige Geldanlagen“.
Auf keinen Fall biete die Ja-Wir-Stiftung irgendwelche Steuersparmodelle an. „Unsere Stifter sind redlich, wahrhaftig – und bringen für den guten Zweck ein Opfer“, so Dr. Rütters.
