Jever - 30 Jahre Mauerfall – passend dazu probt die Musical-AG des Mariengymnasiums zurzeit an ihrem neuen Stück „Voll verboten“. Am 25. Juni feiern die Schülerinnen und Schüler um Jens Marnowsky Premiere im Theater am Dannhalm.
Seit ihren Anfängen 1998 führt die Musical-AG der Schule zu jedem Projekt ein intensives Probenwochenende durch, an dessen Ende das neue Stück zum ersten Mal komplett durchgespielt wird.
2008 hatte die damalige Musical-AG schon einmal das Mauerfall-Stück auf die Bühne gebracht. Es geht um ganz normale junge Leute mit ganz normalen Problemen: Michael ist zum ersten Mal verliebt und himmelt aus der Ferne Mirjam an. Wuschel sucht republikweit nach der Rolling Stones-Platte „Exile on Main Street“.
Fragen müssen beantwortet werden: Soll man für drei Jahre zur NVA gehen? Gibt es ein unpolitisches Studium? Kann man das System von innen heraus aufmischen? Ganz so normal sind die Probleme dieser jungen Menschen jedoch nicht: Sie leben im kürzeren Teil der Sonnenallee in Berlin. Und das heißt – aus westlicher Sicht – hinter der Mauer. Was dieses Leben ausmacht, lässt die Musicaltruppe des Mariengymnasiums in einer Show mit fetziger Musik, Tanz und Schauspiel lebendig werden. Aus dem Mikrokosmos des Straßenabschnitts im Schatten der Mauer lassen die Akteure die Lindenstraße der DDR entstehen, die kritisch, aber auch humorvoll Feinheiten und Widrigkeiten in der „ehemaligen Täterätä“ darstellt.
Nach dem Probenwochenende ist AG-Leiter Marnowsky zuversichtlich, dass das Musical auch diesmal ankommen wird: 32 Schülerinnen und Schüler sowie vier Betreuer – neben Marnowsky noch Dana Gellner, Meic Stephan und Arne Busche – hatten in Rhauderfehn ungestörte 22 Stunden Probenzeit absolviert. Mit von der Partie war wieder Dozent Robert Schnöll, der für die Kampfchoreografien verantwortlich zeichnet und als Profi – er ist Dozent an der Schauspielhochschule Hannover – einen kritischen Blick aufs Konzept wirft.
Bis zur ersten Aufführung wird nun intensiv weitergeprobt. Nach dem Probenwochenende haben alle Mitwirkenden nun eine Vorstellung davon, wie die Szenen und Choreografien wirken.
