JEVER - Vorhang auf für eines der berühmtesten Märchen der Welt: Das Jever-Art-Ensemble zeigt in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Tanzschule Bokelmann das Stück „Der gestiefelte Kater“ im Lokschuppen.
Premiere des Stücks von Pinkus Braun nach der Märchenvorlage der Gebrüder Grimm ist am Sonntag, 15. November, um 16 Uhr.
Das Märchen handelt von dem armen Müllersohn Hannes. Auch ohne seine Brille, die er nur furchtbar ungern aufsetzt, sieht er eines ganz deutlich: sein Erbe ist äußerst mager ausgefallen. Nichts außer einem Kater hat ihm sein Vater vermacht. Und Kater Karlchen benimmt sich, als hätte ihn die Katzengrippe erwischt und das Fieber den Kopf verwirrt. Er glaubt nämlich, er könne einen reichen Mann aus Hannes machen.
Nur ein paar Stiefel braucht Karlchen für seinen Plan, dazu einen schönen Hut und eine schmucke Jacke, damit er sich Zutritt zum Königshof verschaffen kann.
Wie gut, dass auch Prinzessin Caroline nicht besonders gut gucken kann und ihre Brille ebenfalls furchtbar ungern aufsetzt. . .
Annika Theiß spielt den gestiefelten Kater. In weiteren Rollen sind Michael Rhein (Müllersohn Hannes), Jürgen Theiß (König Konrad von Konradien), Swetlana Kudayarova (Prinzessin Karoline) und Michael Schmidt (Homilius Horrifax) zu sehen. Regie führt Elke Münch. Die Produktionsleitung liegt in den Händen von Jacky Rieling, für die Choreografie ist Vania Tölle verantwortlich. Hinter der Bühne sorgen viele weitere Helfer dafür, dass die Premiere und die weiteren Vorstellungen ein Erfolg werden.
Schortens/ide Ein bisschen Nostalgie, allerdings gewürzt mit einer kräftigen Portion kabarettistischen Pfeffers, schwingt bei Wilfried Schmicklers Jubiläumsprogramm „Es war nicht alles schlecht“ mit: Er blickt zurück auf dreißig Jahre als Kabarettist.
Und das geht so: „Vor dreißig Jahren gab es noch Politiker Helmut Schmidt, Willi Brand, Herbert Wehner.“ Mehr muss er gar nicht sagen: Der Saal lacht, denn jeder weiß, er ist beim aktuellen Kabinett angekommen. „Minister – gestern für Kraut, heute für Rüben. Der zu Gutenberg ist gerade mal 37 Jahre alt, wohnt noch bei seinen Eltern, hat noch nichts geleistet. Das einzige, was er kann, ist schön reden. Der Rösler darf jetzt den Dienstwagen von Ulla Schmidt fahren. 60 Prozent der Deutschen kennen Bionade – wer kennt Dirk Niebel?“ Kein gutes Haar lässt er an der neuen Regierung, hat er doch am 27. September alle Wetten auf das Wahlergebnis verloren und muss sie jetzt einlösen.
Ein Blick zurück bringt wieder eine Erklärung für das heutige „Elend“. Vor dreißig Jahren standen die Westerwelles und Profallas noch einsam auf dem Schulhof herum. „Hätte man sie damals mitspielen lassen, wäre uns viel erspart geblieben“, meint Schmickler.
Und zwischendurch ein Lied mit dem Refrain „Es war nicht alles schlecht. Der Rest geht unter im Gelächter – das meiste war noch schlechter.“ Die einzigen, die noch gerne zurückblicken, verkündet Schmickler mit einem Grinsen, sind die Sozialdemokraten. Aber sie sehen Licht am Ende des Tunnels. „Allerdings wissen sie noch nicht, dass das der entgegenkommende Zug ist.“
Haarscharf, bitterböse und in atemberaubendem Tempo seziert er das Innenleben der Republik und Gesellschaft und verteilt „Prügel, wem Prügel gebührt“. Da schadet es auch nicht, wenn er zwischendurch das ganze mit ein paar älteren Witzen garniert. Damit schafft er Erholungspausen für die Lachmuskeln, denn er spricht schneller als das Publikum lachen kann.
