Jever - „Vogelhochzeit“, „Die Gedanken sind frei“, „Am Brunnen vor dem Tore“, „Der König in Thule“ oder „In einem kühlen Grunde“ – alles bekannte Lieder und Balladen, die man mitsingen kann. Doch beim Schlosskonzert mit dem Vokalensemble Quartonal erklangen die Stücke überraschend neu und anders.
Die vier Hamburger Sänger – zwei leben mittlerweile in Stuttgart und München – Mirko Ludwig (Tenor), Jo Holzwarth (Tenor), Christoph Behm (Bariton) und Sönke Tams Freier (Bass) hatten ihr Programm „Liederbuch“ auf Bitten der Konzert-Organisatorin Christel Ney so umgestellt, dass es zur neuen Ausstellung „Zeit der Häuptlinge“ im Schloss passt: Frieden, Krieg und Feuer, Liebe und Eifersucht – „all das passt zur Zeit der Häuptlinge“, sagte sie. Christel Ney freute sich über rund 60 Besucher zum Auftakt der Schlosskonzerte; der Großteil war von weiter weg aus dem Oldenburger Land angereist – für sie alle hat sich der Weg gelohnt.
Das zeigte sich spätestens bei der Zugabe: Eichendorffs „Komm Trost der Welt, du stille Nacht“ stimmte Quartonal an – und es herrschte gerührte andächtige Stille im Audienzsaal. Als dann der letzte Ton verklang und direkt die Marienglocke ihr Geläut begann, kamen manchen Zuhörern Tränen.
Doch schon zuvor hatte das Vokalquartett mit fast schmerzvoll-schönen Bearbeitungen romantischer Lieder für manches Seufzen gesorgt. Witzig und schwungvoll dagegen ließen die vier Sänger den Jäger vor dem Hasen davonlaufen – man hörte ihn in „Ein Jäger längs dem Weiher ging“ tatsächlich panisch rennen. Von der „Vogelhochzeit“ sangen Quartonal leider nur ein Dutzend der vielen Dutzend Strophen. . .
