JEVER - 50 000 Besucher besichtigten 2005 das Schlossmuseum. Diese Zahl will Dr. Antje Sander steigern.
Von Melanie Hanz
JEVER - Mit zwei großen Ausstellungen, dem Start der Audio-Führung und dem Ausbau des Dachgeschosses will das Schlossmuseum Jever in diesem Jahr noch attraktiver werden. „Wir haben viel vor“, kündigte Museumsleiterin Dr. Antje Sander an.So wird in diesem Jahr das Obergeschoss mit Kinderabteilung, Sonderausstellungen-Bereich sowie Bibliothek und Magazin ausgebaut. Die gesamte Etage soll besseren Brandschutz und neue Elektroinstallationen bekommen, die Kinderabteilung wird um eine Spielzeugausstellung erweitert und die Bibliothek zieht mit Büro und Leseraum in den Eulenturm um.
In den Ausbau der Kinderabteilung sollen die 25 000 Euro Preisgeld des Niedersächsischen Museumspreises fließen sowie weitere Fördermittel. „Uns ist wichtig, dass unsere Besucher mit Freude durchs Haus gehen und immer wieder Neues entdecken können“, sagte Antje Sander. Die Bestände an altem Spielzeug des Museums seien bereits gesichtet und aufgearbeitet – „bisher fehlte uns einfach der Platz, sie zu zeigen“.
Ein Hingucker soll auch die Ausstellung über das Pütten- und Brunnenwesen im März in Jever werden. Anlass ist das 250-jährige Bestehen der Brunnenordnung. Mit im Boot sind dabei das Stadtmarketing und „Jever Aktiv“. Höhepunkt aber soll die Ausstellung im Sommer werden. Thema ist die Geschichte der Fotografie, zu der sechs Museen in Weser-Ems ausstellen werden.
Schwerpunkt der Schau im Schlossmuseum wird „Fotojournalismus im ländlichen Raum“ sein. „Wir können mit den Nachlässen von Wilfried Zucht und dem NWZ -Fotografen Franz Tuhy sowie dem Archiv des Sander Fotojournalisten Fritz Siedel auf wirklich vorzügliches Material zurückgreifen“, freute sich die Museumsleiterin.
Dargestellt werden unter anderem die Arbeitsbedingungen der Fotografen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Weitere Themen reichen „vom Milchwagen über Jubiläen und Sturmfluten bis hin zum Brand der Stadtkirche von Jever“, so Sander.
Vorbereitet wird außerdem eine Ausstellung für 2007, die sich mit den Diskotheken in der Region befasst. „Dieses Projekt wollen wir auch technisch anspruchsvoll umsetzen und dazu brauchen wir die neue Elektrik im Obergeschoss“, erläuterte Antje Sander.
Wenn ab dem Frühjahr dann auch die Audio-Führung angeboten wird – 30 Geräte hat das Schlossmuseum angeschafft – „dann haben auch Einzelbesucher die Möglichkeit, mit mehr Informationen durch die Ausstellungen zu gehen“, sagte Sander. Geplant sei, die Führung auch auf Englisch und Niederländisch anzubieten – „das erschließt uns weitere Besucher“.
Ziel der Aktionen ist auch, mehr Besucher ins Schloss zu holen. Rund 50 000 Besucher kamen 2005, 2004 waren es 45 000 für Schloss und Landwirtschaftsmuseum zusammen. „Das sind zwar noch nicht die Spitzenzahlen von gut 70 000 Besuchern vor Beginn der Restaurierungsphase, aber wir fangen das Besuchertief auf“, sagte Museumsleiterin Dr. Antje Sander. Sie sei optimistisch, dass das Schlossmuseum in diesem Jahr, in dem die Ferienzeiten endlich wieder entzerrt sind, noch mehr Besucher anzieht: „Wenn der Schlossturm nicht mehr eingerüstet ist, dann kommen auch mehr Leute“, sagte sie.
Kinderabteilung wird um Spielzeug-
ausstellung
erweitert
