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Schlossmuseum Münzschatz unter der Lupe

Melanie Hanz

JEVER - Deutliche Steigerung bei Gruppenführungen und Kostümführungen sowie bei Kindergeburtstagen und rund 55 000 Besucher – „das war ein gutes Jahr“, zieht Professor Dr. Antje Sander, Leiterin des Schlossmuseums Jever, positive Bilanz für 2011. Neben den Sonderausstellungen, Schlosskonzerten und Vorträgen hatte das Team des Schlossmuseums zusätzlich Veranstaltungen zum Jubiläum 125 Jahre Jeverländischer Altertums- und Heimatverein organisiert.

„Es war ein Jahr mit viel Programm – und so geht es 2012 weiter“, sagt Antje Sander: Am 26. Februar beginnt das Jahresprogramm im Schlossmuseum mit einer musikalischen Lesung von Iko Andrae zum 15. Todestag des jeverschen Autors Oswald Andrae (1926 bis 1997) mit einer Präsentation von Original-Manuskripten.

Fund löst Euphorie aus

Am 4. März eröffnet dann die erste Sonderausstellung: Die Ausstellung „Für bare Münze?“ ist dem 1850 entdeckten römischen Münzschatz von Jever gewidmet. Studenten der Uni Oldenburg haben sich den Fund nochmals vorgenommen und beleuchten Spekulationen und Mythen, die sich um den Schatz ranken.

„Viele Münzen aus dem Schatz sind in alle Welt zerstreut“, weiß Antje Sander: Die Arbeiter, die damals auf den Schatz stießen, bedienten sich großzügig. Viele Münzen wurden auch eingeschmolzen. Dass es den „Münzschatz“ noch gibt, ist dem damaligen Oldenburger Herzog und dem jeverschen Pastor Gramberg zu verdanken: „Sie kauften überall Münzen aus Jever auf“, sagt Antje Sander.

Das Jahr des Münzfunds ist der Museumsleiterin zufolge zudem das Gründungsjahr manches Heimat- und Geschichtsvereins – „und damit die Geburtsstunde unserer Sammlung“: Der Fund löste im gesamten Oldenburger Land große Euphorie für Regionalgeschichte aus, in dessen Folge sich in Jever ein erster Geschichtsverein sowie der Oldenburgische Landesverein gegründet hatten.

Regionalhistorisch geht es auch bei der zweiten Sonderausstellung weiter, die Anfang Juli im Schloss eröffnet wird: „Memento Mori“ befasst sich mit dem Umgang mit Sterben und Tod in Friesland vom Mittelalter bis in die jüngere Vergangenheit. „Dabei können wir uns ganz auf unsere Sammlung stützen“, so Antje Sander: Anhand von Objekten aus den Magazinen zeigt das Schlossmuseum in Zusammenarbeit mit der Uni Groningen und der Ostfriesischen Landschaft Bedeutung des Todes, Rituale und Bestattungsbräuche.

So besitzt das Schlossmuseum ein Leichenhemd aus feinem Leinen, das eine junge Frau vor gut 150 Jahren für ihre Aussteuer genäht hat. „Sie hat es nie getragen, weil bei ihrem Tod bereits andere Bestattungssitten herrschten“, weiß Antje Sander.

800 Jahre Anhalt

Und dennoch sei das spitzenverzierte Hemd ein gutes Beispiel für die Selbstverständlichkeit des Todes: „Zu heiraten bedeutete auch, dass das gefährliche Kindbett näher rückte“, so Antje Sander.

Zum 800-jährigen Bestehen des Fürstenhauses Anhalt wird es im Dezember eine große Jubiläumsausstellung geben. Das Jeverland gehörte von 1667 bis 1793 dem Fürstenhaus Anhalt-Zerbst und heute ist Zerbst Partnerstadt Jevers. Im Zentrum der Ausstellung steht dabei Friederike Auguste Sophie (1744 bis 1827) von Anhalt-Zerbst, die 1793 bis 1806 die Erbschaft Jever verwaltete.

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