JEVER/SCHORTENS - Der Bereich rund ums Moorland in Jever und Schortens musste am Mittwochabend nicht evakuiert werden. Das Räumungskommando konnte am Mittag Entwarnung geben.

Die Kampfmittelbeseitiger des Landes fanden an einer der beiden verdächtigen Stellen auf einer Weide im Moorland zwar einen Schüttbehälter mit zwei Brandstabbomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese Sprengsätze mussten aber nicht vor Ort entschärft werden. Beim anderen Verdachtsfall ein paar Meer weiter handelte es sich um Reste einer Viehtränke.

Die Stadt Jever hatte am Montag die Bevölkerung vorsorglich darauf hingewiesen, dass es Mittwochabend eine Evakuierung rund um die Fundstellen geben könnte. Eine Evakuierung ist erforderlich, wenn eine Bombe vor Ort entschärft oder gesprengt werden muss.

Erst vergangenen Woche war in der Nähe der jetzigen Fundstelle eine Zehn-Zentner-Fliegerbombe ausgegraben worden (die NWZ berichtete). Einen weiteren Bombenverdacht hatte es vor einigen Wochen auf einer Wiese an der Addernhausener Straße gegeben.

Die Funde beruhen auf der Auswertung von Luftbildern aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Alliierten haben ihre Angriffe damals mit Kameras dokumentiert. Die Art der auf den Bildern sichtbaren Bombenkrater lasse Rückschlüsse auf mögliche Blindgänger zu, erklärte Tomas Hauschild vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. Mit Magnetfeldmessungen suchen Experten an verdächtigen Stellen dann nach Unregelmäßigkeiten im Boden. Werden sie fündig, muss gegraben werden. Erst dann ist klar, ob es sich bei dem Fund tatsächlich um eine Bombe oder ein anderes Metallteil handelt.

Mit dem Schüttbehälter wurden im Zweiten Weltkrieg mehrere Bomben gleichzeitig abgeworfen. Ein Sprengsatz öffnete den Behälter in der Luft und gab die darin enthaltenen Bomben frei. Die beiden am Mittwoch gefundenen Stabbrandbomben dienten Hauschild zufolge dazu, Hausdächer zu durchschlagen und so Brandsätze in Gebäuden zu legen. Am unteren Ende der Bombe befindet sich zudem eine Granate. „Wenn Kinder damit spielen oder die Granate ins Feuer geworfen wird, kann das sehr gefährlich werden“, berichtete Hauschild. Die beiden Fundstücke kommen jetzt in ein Spezialdepot und werden dort unschädlich gemacht.

Das Moorland diente im Zweiten Weltkrieg als Scheinflughafen, um Angriffe auf den Fliegerhorst Upjever abzulenken. Entsprechend stark wurde der Bereich bombardiert. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist laut Hauschild aber nicht mit weiteren Bombenfunden zu rechnen.