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Schulbibliothek Hommage an Jevers „Turnvater“

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JEVER - Sportlich wird es in diesem Jahr beim „Tag der offenen Tür“ am Sonnabend, 6. November, in der Schulbibliothek des Mariengymnasiums Jever. Er wird um 11 Uhr in der Salomon-Mendelssohn-Sporthalle der Schule mit der Präsentation eines Nachdrucks von Mendelssohns Schrift „Worte über die Turnanstalt zu Jever“ eröffnet.

Die Schrift erschien 1842 im jeverschen Mettcker-Verlag. Mendelssohn (geboren 1813 Jever, gestorben 1892 Braunschweig) begründete in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts das praktische Turnwesen in unserer Region. Er richtete 1839 auf dem Gelände des heutigen Mariengymnasiums den ersten Sportplatz im Oldenburger Land ein, war hier der erste Sportpädagoge überhaupt und nach seiner jeverschen Zeit für das Turnwesen in ganz Oldenburg verantwortlich.

Seine Schrift ist ein bedeutendes Dokument der Entwicklung des Sports in Deutschlands und ein bisher fast unbekannter Beitrag jüdischer Bürger zur Kulturgeschichte.

Der bibliophil ausgestattete Nachdruck entstand auf Initiative der Bibliothek des Mariengymnasiums und des Arbeitskreises „Juden in Jever“ im Heimatverein Jever. Er wurde mit Mitteln des Fördervereins der Bibliothek des Mariengymnasiums, der Oldenburgischen Landschaft, des Heimatvereins Jever, der Philipp-Orth-Stiftung und des Vereins der Ehemaligen des Mariengymnasiums im Oldenburger Verlag Isensee herausgegeben.

In der Mendelssohn-Sporthalle stellen Schülerinnen und Schüler eines Kurses im Fach Darstellendes Spiel Turnübungen nach, die Mendelssohn in seiner Schrift kreiert hat. Gleichzeitig wird an diesem Ort der Nachdruck erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Die „Granden“ des Gymnasiums, zu denen auch Mendelssohn gehört, prägen dann den „Tag der offenen Tür“ in der Bibliothek. Eingeweiht werden aus diesem Anlass auch ein Bronze-Kopf Eilhard Mitscherlichs, eine Informations-Vitrine zu Georg von der Vring sowie mehrere Tafeln, die das Gebäudenamen-Konzept des Mariengymnasiums erläutern.

Das Mariengymnasium hat Anfang dieses Jahres die Gebäude des Schulcampus’ nach Persönlichkeiten benannt, die mit der Schule verbunden sind (die

NWZ

 berichtete). Nach der Eröffnung in der Sporthalle schließen sich selbst entworfene szenische Darbietungen der Schülergruppe zu dem Schriftsteller und Maler Georg von der Vring (1889 bis 1968) und dem Chemiker Eilhard Mitscherlich (1794 bis 1863) an, und zwar im Vring-Haus an der dort neu installierten Ausstellungsvitrine zur jeverschen Zeit des Künstlers und im Mitscherlich-Haus vor dem dort jetzt angebrachten Bronze-Kopf des Chemikers. Der Kopf ist ein Fragment des ersten jeverschen Mitscherlich-Denkmals von 1906 und eine Dauerleihgabe aus dem Schlossmuseum Jever.

Mendelssohn, von der Vring, Mitscherlich und die anderen sechs Namensgeber von Gebäuden des Schulgeländes stehen dann auch im Mittelpunkt der Sonderausstellung in der Bibliothek. Leben, Werk und Wirken der „Granden“ Johann Heinrich von Thünen (1783 bis 1850), Ulrich Jasper Seetzen (1767 bis 1811), Sophie Prag (1895 bis 1955), Christian Hinrich Wolke (1741 bis 1825), Ludwig Meinardus (1827 bis 1896) und Friedrich Christoph Schlosser (1776 bis 1861) werden durch Bücher, Bilder und Filme verdeutlicht. Die Ausstellung ist bis 17 Uhr geöffnet. Zudem können der Raum mit den historischen Buchbeständen und die Buchwerkstatt besichtigt werden.

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