Jever - Aus den mobilen Garküchen duftete es am Wochenende nicht nur nach exotischen Gewürzen, sondern auch nach Frittiertem, Geräuchertem und Gebratenem: Für jeden Geschmack und Gaumen hatten die Betreiber der mehr als 20 Food Trucks rund um den Kirchplatz in Jever Essen aus aller Herren Länder auf Herd oder Grill.
Französische Steaks von Schwein und Rind, die fünf Tage in Cidre geruht haben, japanische Crepés in verschiedenen Variationen, Pulled Pork direkt aus dem Smoker oder krosse Insekten. Wer mutig war und sich kulinarisch ausprobieren wollte, der war auf dem Street Food gut aufgehoben.
Fragen beantwortet
Und das Beste: Alle Food Trucker waren begeistert von ihren eigenen Gerichten und beantworteten geduldig die vielen Fragen der Besucher. So wie Manuel Kosciow und Dennis Bruschke aus Berlin, die an ihrem Stand „World of Risotto“ lactosefreies, glutenfreies, vegetarisches oder veganes Risotto in vielen Variationen anboten.
Das norditalienische Breigericht wurde von den beiden neu interpretiert. „Wir achten außerdem auf die Verwendung von frischem und saisonalem Gemüse“, sagt Manuel Kosciow. Die beiden sind erst das zweite Mal Teil der Street Food Karawane, die vom Verein „People Welcome“ organisiert wird.
Den Vereinsmitgliedern um Vorsitzenden Udo Klassen geht es dabei nicht nur um das Essen als verbindendes Element zwischen den Kulturen, sondern auch um gegenseitiges Verständnis, Respekt und Austausch über Grenzen und den Tellerrand hinweg.
Krosse Insekten
Das gilt auch für das ganz exotische Essen: Buffalos, Mehlwürmer oder Heuschrecken – die gibt es am Stand „Bugs and Friends“. „Wenn ihr die Heuschrecken essen wollt, dann müsst ihr vorher die Flügel abnehmen“, erklärt Dunja El Zein. Von ihren Kunden wird sie inzwischen „Die Insektenfrau“ genannt. „Daran habe ich mich längst gewöhnt“, sagt sie und lacht. Noch seien die Insekten, reich an Proteinen, für uns Europäer etwas Exotisches. „Das wird sich aber bald ändern“, glaubt sie. Die ersten Lebensmittelketten sind bereits auf die kleinen Krabbeltiere aufmerksam geworden.
Natürlich gab es auf der Street-Food-Meile nicht nur Essen, sondern auch Getränke. Cocktails zum Beispiel oder die Schnäpse und Liköre von O’Donnell Moonshine, ein Start-Up aus Berlin. Der Clou: Die Hochprozentigen werden in Einmachgläsern mit passendem Ausschankdeckel angeboten. Daher auch der Hinweis am Stand: „Schnaps, kein Honig“.
So blieben wirklich keine Wünsche offen. Und das zeigte sich auch am Besucheransturm, denn das Festival war vor allem bei Jüngeren und Familien beliebt. Unterbrochen wurde es nur durch ein leichtes Gewitter.
