Jever - „Sammler ist man von Geburt an – oder man ist es gar nicht.“ Hanfried Bendig aus Bremen ist solch ein Sammler durch und durch. Er hat sogar sein Hobby zum Beruf gemacht und betreibt in Bremen ein Münzkontor, allerdings inzwischen ohne feste Öffnungszeiten. „Ich bin ja mittlerweile auch im Rentenalter“, erklärt er.
Und natürlich hat er zum Tauschtag im Anton-Günther-Saal in Jever auch Münzen mit dem Porträt des bedeutenden Oldenburgischen Landesfürsten aus dem 17. Jahrhundert dabei. Und so gibt es den legendären Landesfürsten gleich doppelt im Saal: Auf der Münze und auf dem Bild an der Wand.
Bendig gilt als einer der größten Privatsammler von Münzen aus dem Oldenburger Land und aus Ostfriesland. Entsprechend stark sind seine Kenntnisse unter Sammlern auch gefragt. Münzsammeln hat auch immer mit Geschichtskenntnissen über das jeweilige Sammelgebiet zu tun. Und das hat Bendig sich in vielen Jahrzehnten erworben.
Natürlich gibt es auch unzählige Geschichten rund um die Münzen zu erzählen – es geht um Betrügereien und um Fälschungen.
Was die Sammler hier auf dem Tauschtag in Jever anbieten, sind natürlich nicht ihre eigentlichen Schätze, sondern doppelte Exemplare oder Stücke, die nicht in die jeweilige Sammlung passen. Da könnte dann Stefan Lubian aus Wilhelmshaven fündig werden. Er ist genau solch ein renommierter Sammler, allerdings für den Bereich Hannover/Braunschweig.
Das macht diese Tauschtage aus: Man kann Stücke für die eigene Sammlung erwerben, die für andere Sammler nicht so interessant sind.
Die 15 Aussteller lockten viele Besucher aus dem Nordwesten und aus den Niederlanden nach Jever.
Auch Briefmarken-, Postkarten- und Geldscheinsammler sind vertreten. Ihre Sammelgebiete sind allerdings in den vergangenen Jahrzehnten im Rückgang begriffen. „Der Nachwuchs fehlt“, sagt Klaus Dieter Spathmann, Vorsitzender der Briefmarkenfreunde Jever. Von den jüngeren Leuten interessiere sich kaum jemand mehr für Briefmarken.
Er rät allen, die eine größere Sammlung von Briefmarken im Schrank haben, diese jetzt noch zu verkaufen, bevor die Preise vollständig im Keller sind. Er hat zwei Alben mit ungestempelten Marken aus den siebziger bis neunziger Jahren dabei. „Der Nominalwert ist 3500 Euro. Normalerweise würden sie 350 Euro kosten. Ich würde sie aber auch schon für 100 Euro verkaufen“, sagt er.
Auch beim Münzclub fehlt der Nachwuchs – die Jugend hält sich von alten Münzen fern.
