Jever - Die Corona-Krise trifft auch die Kultur hart und hat sie im zweiten bundesweiten Lockdown erneut zum Erliegen gebracht. Erwischt hat das auch die Aufführungen im Schlossmuseum: In der Kooperation zwischen Schlossmuseum Jever und Landesbühne Niedersachsen Nord sollten jetzt „Fundstücke“ gezeigt werden. „Fast alles, was wir für dieses Jahr geplant hatten, ist ausgefallen“, sagt Regisseur Frank Fuhrmann von der Landesbühne. Davon betroffen sind nun auch die Aufführungen „Fundstücke“, die für den November geplant gewesen wären.
Die waren schon „coronakonform“ angelegt – mit kurzen Spielzeiten und unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln. Nun wird Schauspieler Franz Fendt aber nicht vor Publikum spielen können, stattdessen hat der Improvisationskünstler sein Alter-Ego, den kauzigen Archivar Albert Ehrenstein, vor eine Kamera gestellt.
Gemeinsam mit Frank Fuhrmann und den Brüdern und Filmemachern Basel und Hussam Mansour produzierte er in dieser Woche Video-Podcast-Folgen, die zu den Aufführungsterminen (siehe Infobox) auf Youtube gestellt werden. Mit einem Link auf der Internetseite des Schlossmuseums sind sie dann dauerhaft und kostenlos für das virtuelle Publikum abrufbar. „Jede Folge geht etwa 20 Minuten“, sagt Fuhrmann. Und die Möglichkeit, Albert bei seiner Vorstellung von Fundstücken – darunter Fotografien, Briefe oder eine antike Kamera aus dem Schloss oder von anderswo – zu filmen, hat auch eine Chance geboten. Denn: „Statt nur in seinem Büro, das wir im Edzardzimmer aufgebaut haben, konnte Franz Fendt nun überall im Schloss und im Schlossgarten spielen“, sagt Fuhrmann. So sind nun auch Szenen entstanden, die im Theaterstück so nicht hätten vorkommen können.
Premiere hätte das Solo-Theaterstück „Fundstücke“ in dieser Woche im Schlossmuseum gehabt. Die erste Folge des Video-Podcast ist deswegen auch schon auf der Internetseite online.
