Jeverland - Das Purpurkreuz ist ihr Symbol: Unten rechts fehlt eine Ecke – „das sind die Frauen, die nicht zu den Weiheämtern der Kirche zugelassen sind“, sagt Irene Janßen. Sie ist Sprecherin der Ortsgruppe Jever der kfd – der Katholischen Frauengemeinschaft in der Pfarrei St. Benedikt Jever/Schortens/Wangerland mit 44 Frauen. Seit fünf Jahren ist die Gruppe aktiv.

Aktionen der kfd

Die Gruppe Jever der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) plant drei Aktionen zu „gleich und berechtigt“: Am 21. September in der Vorabendmesse um 17.30 Uhr in St. Marien und am 22. September in der Sonntagsmesse um 9.30 Uhr in St. Marien gestalten die Frauen die Gottesdienste mit und Irene Janßen hat das Wort, um zu erklären, worum es der kfd geht. Am 24. September baut die kfd Jever ihren Infostand auf dem Wochenmarkt in Jever auf: Ab 10 Uhr informieren sie über ihre Ziele und sammeln Unterstützungsunterschriften.

Die Frauen sehen die Zeit gekommen dafür, dass sich die katholische Kirche in Deutschland verändert. Und deshalb beteiligen sie sich an der Aktionswoche „gleich und berechtigt“ der kfd. „Wenn die Kirche glaubwürdig bleiben will, muss sie Geschlechtergerechtigkeit vorleben: Und das bedeutet, dass Frauen Zugang zu allen Diensten und Ämtern in der katholischen Kirche erhalten müssen“, sagt Irene Janßen.

Diese Forderung hat die Delegiertenversammlung der kfd schon 1999 aufgestellt – und zog damals den Unmut der Deutschen Bischofskonferenz auf sich. Heute, 20 Jahre später, bekräftigen die katholischen Frauen ihre Forderung. „Wir wollen, dass Frauen Diakon und Priester werden und ihrer Berufung dazu folgen können“, sagt Irene Janßen: „Es geht nicht an, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts ausgeschlossen sind.“

„Die katholische Kirche muss Frauen zu den Weiheämtern zulassen, bevor es überhaupt keine Priester und Diakone mehr gibt“, sagt auch Stephanie Elfert: Schon heute gebe es kaum noch Diakon-Weihen. Und Priester sind ebenfalls knapp.

Die Jeveranerinnen hoffen auf breite Solidarität von Frauen und Männern. Zweimal wird Irene Janßen in den Messen am Wochenende in St. Marien erklären, warum die kfd konsequente Gleichberechtigung fordert. Und am Dienstag, 24. September, stehen die Frauen mit einem Infostand auf dem jeverschen Wochenmarkt und sammeln Unterschriften. „Frauen, worauf wartet Ihr?“ lautet die Frage auf den Postkarten zur Unterschriftenaktion.

Die Amtskirche sieht die Aktivitäten heute ein ganz kleines bisschen entspannter als vor 20 Jahren: Damals musste die kfd die Forderung nach Frauen im Priesteramt auf Druck der deutschen Bischöfe aus ihrem Positionspapier herausnehmen. Heute gibt es immerhin ein paar Amtsträger, die das Anliegen der Frauen als gerechtfertigt sehen, wenn nicht sogar unterstützen.

Und dennoch verursacht die kfd den Männern im Amt durchaus Bauchschmerzen: Der Text des neuen Logos lautet „die macht. für dich. für alle“. Frauen wollen die Macht – so wird das interpretiert...