Oldenburg - Die Ausstellung zum 4. Oldenburger Zeichenfestival „ausgezeichnet! - Zeichnung erzählt“ ist am Dienstag eröffnet worden. In der Mohrmann-Halle am Pferdemarkt werden vom 25. bis 29. September die Ergebnisse aus acht Einzelprojekten präsentiert. Das Ziel des Festivals war, anhand von Zeichnungen Jugendliche und Schüler von Schulen mit Ideen und Themen der aktuellen Bildenden Kunst vertraut zu machen und ihr Interesse an der zeitgenössischen Kunst zu wecken.

Die Themen ranken sich rund um die Stadt – auch als Übermorgenstadt. So hat die Künstlerin Veronika Witte mit ihren Schülerinnen auf der Straße Passanten gefragt, wie in der Zukunft ein Oldenburger aussehen könnte, der nur drei Organe oder Körperteile hat. Daraufhin wurden Zeichnungen gefertigt und eingescannt. Entstanden ist ein Video von acht Minuten Länge. „Das Ganze war ein kollektiver Prozess mit den Bürgern der Stadt, den Schülerinnen und mit mir als Künstlerin“, erklärt Witte. Für die Geschäftsführerin der Kunstschule Klex, Deliane Rohlfs, war wichtig, dass man Öffentlichkeit herstellt und die richtigen Künstler dazu gewinnen konnte, die auch bereit waren, sich dem Projekt zu widmen.

In der Helene-Lange-Schule setzte man sich mit dem Künstler Daniel Theilen über Stadtteilgeschichten und ihre stadtbezogenen Geschichten auseinander. Bis zur letzten Minute arbeiteten die Oberschule Ofenerdiek und die Künstlergruppe „Trans-form“ aus Berlin an einem Plakat-Projekt. Riesenzeichnungen werden an Großwerbeflächen im Stadtraum installiert. Sie erzählen eine Geschichte – vom Pferdemarkt bis in die Innenstadt. An diesem Mittwoch um 16 Uhr und am Freitag um 15 Uhr gibt es Füh-rungen zu den Objekten. Treffpunkt Mohrmann-Halle.

Die Künstlerinnen und Künstler bescheinigten den Jugendlichen großes Engagement und eine Ernsthaftigkeit an der Sache. „Manchmal wurden die Profis geradezu genötigt, ihr vorher festgelegtes Konzept zu korrigieren“, erzählt die Festivalleiterin Karen Scheper aus ihren Erfahrungen in den Workshops. „Wir müssen von der elitären Idee runterkommen, dass Kunst ausschließlich für das Museum gemacht wird. In Oldenburg wird gezeigt, wie Kunst auch aussehen kann.