Harpstedt - Gegen den Beschluss des Harpstedter Fleckenrates, die Kult-Disco „Zum Sonnenstein“ abreißen zu lassen, regt sich weiter Widerstand. Nicht nur einige Ratsmitglieder tun sich schwer damit, die Stätte, an der sie viele schöne Stunden verbracht haben, aufzugeben, auch die junge Generation in der Samtgemeinde und der Umgebung hängt am „Stein“. So wie Maximilian Groeneveld (18, Beckeln) und Brian Radloff (20, Dünsen). Beide haben in den vergangenen Jahren kaum eine Abi-Party im Sonnenstein verpasst. Auch der Jahrgang von Maximilian am Beruflichen Gymnasium Wildeshausen wollte dort bald eine Fete feiern – wie andere Jahrgänge der Wildeshauser Gymnasien auch. „Es gibt ja auch nicht so viele Alternativen dafür“, sagt Brian.

Ihren Protest gegen den geplanten Abriss starteten die beiden im sozialen Netzwerk Facebook. Unter dem Motto „Stein bleibt“ oder „Wir bringen den Stein wieder ins Rollen“ werben sie für ein Aktionsbündnis.

Ihre zentrale Forderung: Der Flecken-Rat soll seinen Beschluss, den Stein in jedem Fall abzureißen, wieder aufheben. Ein Ideenwettbewerb soll nicht, wie bisher angedacht, Pläne für eine Nachnutzung des Geländes bringen, sondern Ideen, wie man den Stein retten und wieder nutzbar machen kann.

Dass dafür Geld gebraucht wird, wissen die beiden Jugendlichen. Ihre Idee: Der Flecken könnte zumindest das für den Abriss nötige Geld auch für eine Sanierung bereitstellen. Weiteres Geld könnte über Spenden zusammenkommen.

„Wir stehen noch ganz am Anfang“, sagt Maximilian Groeneveld. 319 Unterstützer bei Facebook innerhalb recht kurzer Zeit machen ihm Mut – auch wenn es im sozialen Netzwerk auch Stimmen gibt, die sich für den Abriss und einen Neuanfang stark machen. Maximilian und Brian wollen jedenfalls weitere Unterstützer aus allen Altersstufen gewinnen. Es hätten schließlich viele Generationen im Stein gefeiert.

Um Rückhalt werben die beiden nicht nur im Netz. Unterschriftensammlungen und sogar eine Kundgebung auf dem Harpstedter Marktplatz sind in Planung. Mit dem Gedanken, dass es für eine Rettung schon zu spät sein könnte, wollen sich die beiden derzeit nicht beschäftigen. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das wäre, nach Harpstedt reinzufahren, ohne dabei am Stein vorbeizukommen“, sagt Maximilian.