NADIA-ZAKIA CHELLY  
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Frage:
Herr Meis, wird unsere Gesellschaft immer lauter?
Meis:
Ja, besonders der Verkehrslärm wird immer mehr zunehmen. Obwohl die Entwicklung hin zu reduzierten Motorengeräuschen geht, nehmen einzelne Lärmquellen weiter zu. Bis 2020 wird der Flugverkehr und Schienenverkehr um über 80 Prozent zunehmen.
Frage:
Reagieren eigentlich alle Menschen gleich auf bestimmte Lärmpegel?
Meis:
Nein. Die psychische Komponente ist relevant. Wenn ein netter Nachbar in der Mittagszeit seinen Rasen mäht, empfinde ich das als nicht so schlimm. Das gleiche Ereignis wird bei einem Nachbarn, mit dem ich nicht grün bin, völlig anders bewertet: Ich fühle mich belästigt. Mehr als 50 Prozent der Belästigungsreaktionen sind auf psychische Faktoren zurückzuführen.
Frage:
Wann ist das Gehör gefährdet?
Meis:
Wenn eine Dauereinwirkung von 80 bis 85 Dezibel vorherrscht, dann sind die Nervenzellen im Ohr gefährdet. Ab dieser Lautstärke sollte man deshalb auch einen Gehörschutz tragen. In Diskotheken liegt die Lautstärke der Musik bei oftmals weit mehr als 100 Dezibel. Jugendliche sind deshalb besonders gefährdet.Bild: Universität
Lärm ist nicht gleich Lärm, weiß Dr. Markus Meis vom Hörzentrum Oldenburg. Er macht auf die psychische Komponente aufmerksam.