Ganderkesee - Name und Ausrichtung haben sich mit der Zeit gewandelt – doch die wichtigste Zielgruppe war zu allen Zeiten die gleiche: Kinder und Jugendliche. Am Sonntag, 20. September, wird das 35-jährige Bestehen des Ganderkeseer Jugendzentrums Trend gefeiert und auf die (bewegte) Geschichte der Einrichtung zurückgeblickt.
Ein zähes Ringen und manche Kontroverse sei der Eröffnung an der Bergedorfer Straße in den 1970er-Jahren vorausgegangen, hat Gemeindesprecher Hauke Gruhn recherchiert. Im Sommer 1980 wurde die Einrichtung eröffnet und blieb zunächst namenlos. Erst 1983 wurde sie nach gerade beendeter Renovierung bei einem Sommerfest auf den Namen „B.A.Z.“ getauft – „Bärenstarkes Aktionszentrum“. „Als dann Ende der 80er-Jahre die Kultur immer weiter um sich griff – Hude hatte nun seinen Kulturhof – sollte auch im B.A.Z. vermehrt auf Kunst, Musik und Co. gesetzt werden“, so Gruhn. Im Juni 1988 folgte die Umbenennung in „Jugendkulturzentrum Trend“.
Nicht nur Jugendkultur, sondern auch Ausstellungen, Kabarett und Konzerte für Erwachsene wurden etabliert. Für Jugendliche gab es etwa Heavy-Metal-Konzerte. Gruhn ist im Gemeindearchiv auf Bandnamen wie „Torture“ oder „Thundergods“ gestoßen. Der Gedanke, Jugend und Kultur zu bündeln, sei schließlich wieder in den Hintergrund geschoben worden, so der Gemeindesprecher. „Für ,erwachsene Kultur’ hatte sich mittlerweile das Haus Müller etabliert.“
In den 80ern zählten die Besucher des Jugendzentrums noch zu den Pionieren im Computerbereich. „Die ersten Schritte in der digitalen Welt wurden auf dem Commodore C 16 unternommen – der berühmtere C 64 war damals noch zu teuer“, erinnert sich der damalige Gemeindejugendpfleger Ulf Moritz. In den 90ern wurden die Computerangebote ausgebaut und das Internet entdeckt. Zudem eroberte Breakdance das Trend.
Feste Größen sind heute nach wie vor die Schach-AG und der Kindertag, der immer donnerstags stattfindet. Die Integrationsgruppe startete schon 1985, um Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Behinderungen eine Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Beliebt ist weiterhin das Kochen. „Künftig wird wohl auch die Arbeit mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien eine stärkere Rolle spielen“, sagt Matthias Heil, der das Trend seit 1999 leitet.
Ein Internetraum wird in Zeiten von Smartphones und Tablets nicht mehr benötigt. Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit über soziale Netzwerke sind hingegen unverzichtbar. Beliebt sind auch die LAN-Partys im Trend.
Zur Jubiläumsfeier am 20. September sind von 14 bis 17 Uhr alle Interessierten eingeladen, einen Blick in die modernen Räume des Trend zu werfen. Unter dem Motto „35 und kein bisschen leise“ wird ein abwechslungsreiches Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geboten.
Neben einer Hüpfburg wird es auch einen Basketballwettbewerb und Basteleien geben, dazu tritt der Clown und Zauberer Holger Blumentritt mit seinem Programm „Neues aus dem Zauberkoffer“ auf. Der Präventionsrat unter Leitung von Hille Krenz beteiligt sich mit einer „Schleuderbildmaschine“. Die Gruppen aus dem Trend stellen sich mit verschiedenen Aktionen vor.
