Bad Zwischenahn - Malin und Lisa sind gekommen, weil sie später mal Autorinnen werden wollen. Enno und Michelle, weil sie „einfach gerne schreiben“. Und Maja und Maren haben noch einen ganz anderen Grund: „Meine Grammatik verbessern“ oder auch „besser werden in Deutsch“ sind ihre Motivation, an der Schreibwerkstatt im Alten Kurhaus teilzunehmen.

An zwei Tagen können sich hier neun Elf- und Zwölfjährige im Schreiben von Geschichten üben – und erhalten von Liane Hadjeres Tipps, wie es noch besser geht: „Ein paar mehr Adjektive machen die Geschichte lebendig“, gibt die Leiterin der Oldenburger Schreibwerkstatt den Kindern mit auf den Weg. „Da kannst du noch etwas an der Ausdrucksweise verändern.“ Oder auch: „So kann man die Spannung auch noch mehr auf die Spitze treiben.“

Der junge Autor und die jungen Autorinnen sprühen bei ihren – so das Thema – Unterwassergeschichten nur so vor Fantasie: So trifft ein Mädchen ihren verstorbenen Vater als Wassermann wieder, während ein anderes durch das Kauen einer Alge auf einmal unter Wasser atmen kann. Und da ist auch noch Sarah, die bei ihrem Ausflug in die Unterwasserwelt am Meerjungfrauenschwanzflossenverschönerungsgeschäft vorbei kommt. Und wenn der Hai in der Ostsee bei den Teilnehmern für Diskussionen sorgt, ob er denn nun dahin gehört oder nicht, sieht Hadjeres das ganz pragmatisch: „Das ist Fantasy. Da darf auch schon mal ein gefährlicher Hai in der Ostsee vorkommen.“

Stand am Mittwoch das Schreiben, Vorlesen und gemeinsame Optimieren (Maja: „Ich hätte den Hai noch ein bisschen länger da gelassen“) der Geschichten auf dem Programm, folgt diesen Donnerstag Teil zwei. Dann wird das eigene Werk schön abgeschrieben und zu einem kleinen Buch gebunden. Und das können sich die Nachwuchsautorinnen dann ins heimische Bücherregal stellen.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)