Oldenburg - Sebastian Borde guckt entschlossen. Mit regloser Mimik. Aufgeben kommt für ihn nicht in Frage. „Ich kann nicht anders. Ich muss das einfach machen“, sagt der 24-jährige Oldenburger, der als Rapper unter dem Namen „KB-One“ auf den Durchbruch hofft. Seit acht Jahren schreibt er eigene Songs: „Die Zeilen fliegen mir nur so zu.“
Darsteller in Doku-Soaps
Vor drei Jahren hatte er einen ersten Anlauf unternommen, seine Karriere zu starten. Auf der Musikvideo-Plattform „Youtube“ stellt er seine Stücke ein. Es habe eine Menge an positiver Resonanz gegeben, freut sich Sebastian Borde, aber zu einem Vertrag mit einer Plattenfirma reichte es noch nicht. Borde entschloss sich, die Schauspielerei als zweites Standbein zu entwickeln. Zwei Jahre hat er an der Hamburger Schauspielschule „Artrium“ Unterricht genommen. Ein erfolgreiches Casting bei der Produktionsfirma „Filmpool“ verschafft ihm regelmäßig Rollen für „Scripted Reality“-Fernsehformate wie „Betrugsfälle“, „Blaulicht-Report“ oder „Familien im Brennpunkt“ auf RTL oder „Mein dunkles Geheimnis“ auf Sat 1. „Die Schauspielerei hilft mir sehr. Sie hat stimmlich etwas verändert und mir Kraft gegeben“, sagt der 24-Jährige, der derzeit eine kaufmännische Ausbildung in einem Oldenburger Sportgeschäft absolviert.
Trotz der ersten Jobs als Darsteller sieht sich Sebastian Borde nach wie vor lieber hinter dem Mikrofon als vor der Kamera. „Mein Ziel ist es weiterhin, es als Rapper zu packen.“ Live-Auftritte wie der kurz vor Weihnachten an einer Wildeshauser Schule, wo im Anschluss seine Autogrammkarten reißenden Absatz fanden, bestärken ihn in dieser Absicht.
„KB-One“ inszeniert sich als „Rapper mit Herz“ – ein Bild, das in seinen deutschsprachigen Songs immer wieder auftaucht. In „Denn mein Herz ist eiskalt“ rappt er über sein „Kämpferherz“, in „Hör auf ihren Herzschlag“ geht es um ein suizidgefährdetes Mädchen. Auf seiner Facebook-Seite zeigt er eine blutige Fotoserie, in der ihm das Herz aus der Brust herausgerissen scheint. „Ein bisschen krass muss sein“, lautet seine Rapper-Devise, auch wenn er ansonsten mit Gangsta-Rap-Gehabe nichts am Hut hat. „Ich bin kein Bushido“, stellt „KB-One“ klar. Aber wie Bushido, der als Tattoo ein „B“ im Nacken trägt, hat sich auch der Oldenburger an dieser Stelle ein auffälliges Symbol stechen lassen. „Mein Markenzeichen ist ein Notenschlüssel“, sagt er.
Eminem als Idol
Unter deutschen Rappern findet Sebastian Borde Sido und Kay One „ganz cool“, sein großes Idol aber ist der US-Amerikaner Eminem. „Zwischen ihm und mir gibt es unglaubliche Parallelen“, hat der Oldenburger festgestellt. Ebenso wie sein Vorbild habe er eine „schwere Kindheit“ erlebt, die er in seinen Texten verarbeite. In der Schule – damals noch in Sandkrug – sei er ausgegrenzt worden, nur weil er „keine Markenschuhe getragen“ habe. Und wie Eminem sei er mit 19 Jahren Tellerwäscher in einer Pizzeria gewesen.
Dass Eminems autobiografisch angehauchter Film „8 Mile“ in den USA am 8. November 2002, an Bordes Geburtstag, veröffentlicht worden ist, sieht der Oldenburger Rapper als „Zeichen“. Er hofft auf ein Happy-End: „Ich gehöre ins Studio.“
