Oldenburg - Im April 2004 wurde die Kammersinfonie Oldenburg von musikbegeisterten Laien und engagierten Profimusikern gegründet. Olaf Wiegmann leitete zum zehnjährigen Bestehen die Kammersinfonie im großen Saal des Schlosses vor überraschend vielen Zuhörern, von denen einige keinen Platz fanden und entweder wieder gingen oder stehen mussten.

Das gut zweistündige Konzert begann mit der „Petite Suite“ von Claude Debussy in der Fassung für Orchester. Die vier Suitensätze bestechen durch ungewöhnliche Klangfarben bis hin zum Exotischen, durch unerwartete Kombinationen von Bläsern, Streichern und Schlagzeug. Der lustige, stampfende, seltsam aufgedrehte letzte Satz wurde nach dem regulären Konzert noch einmal als vielumjubelte Zugabe gegeben.

In einer eindringlichen, beschwingten Wiedergabe von Mozarts g-moll-Sinfonie KV 550 zeigte die Kammersinfonie, was sie kann: fein abgestufte dynamische Schwankungen, kraftvolle Einsätze, pulsierendes Fließen, deutlich herausgearbeitete Strukturen. Die großartige, dunkel getönte Musik in ihrem durch Schönheit gemilderten Schmerz bezauberte das Auditorium.

Höhepunkt des Programms war die gelungene Interpretation von Mendelssohns Violinkonzert e-moll op. 64. Die 15-jährige Eliane Menzel, schon mehrfache Preisträgerin, spielte den Solopart mit den bekannten und beliebten Kantilenen scheinbar unangestrengt, wie selbstverständlich. Technisch fast perfekt, war ihr Spiel geprägt vom Verlangen nach dem angemessenen Ausdruck und dem Halten der Balance mit dem zuweilen kräftig auftrumpfenden Orchester. Da ihr alles gelang, fiel der Applaus für sie auch besonders üppig aus. Mit diesem sympathischen Teenager, drei zündenden Programmpunkten und einer bestens einstudierten Kammersinfonie konnte es nur ein gelungenes Jubiläumskonzert werden!