Oldenburg - Es gibt Tage, da purzeln die Neuigkeiten. Am Mittwoch war so ein Tag am Staatstheater: Generalintendant Christian Firmbach verlängert seinen Vertrag in Oldenburg um fünf Jahre bis 2024, die Bühne bekommt im nächsten Jahr eine zeitweilige Ausweichspielstätte am Oldenburger Hafen, und der neue Spielplan wurde auch noch gleich vorgestellt.

Firmbach, gebürtig aus Kassel, und lange in Bonn der Stellvertreter des Theaterchefs, arbeitet seit drei Jahren in Oldenburg. Am 29. April wird er 50 – und ist rundum glücklich in Oldenburg. Und das Publikum (ca. 200 000 Gäste pro Jahr) mit ihm: Es gab nach dem Weggang von Markus Müller keinen spürbaren Bruch, eher eine Steigerung der Qualität, besonders im Musikbereich. Und die Auslastung bei ca. 7000 Abonnenten (fast zehn Prozent Steigerung in drei Jahren) liegt bei einigen Aufführungen, darunter „Rheingold“ oder „Terror“, bei 95 Prozent. „Ich kann gar nicht die ungeheure Nachfrage bedienen“, stöhnt Firmbach über sein Luxusproblem.

Auch der neue Spielplan verspricht viel. Darunter eine neue Spielstätte: den Uferpalast. Was das ist? Firmbach hält es ein wenig offen, bleibt vorsichtig, wie das genau aussehen wird: Zelt? Halle?

„Wir müssen wegen unserer Brandschutz-Sanierung zeitweilig unser Haus verlassen und ziehen ab 20. Mai 2018 auf das Gelände von Rheinumschlag am Oldenburger Hafen.“ Auch ein Umzug für wenige Wochen erfordert einen hohen logistischen Aufwand. „Aber“, sagt der Theaterleiter, „das lohnt allemal.“ Die Festivalsituation wird Publikum anlocken. „Sechs Wochen Ausnahmezustand an einem ,Unort’“, hofft Firmbach. Attraktiv wie vor Jahren zeitweilig der Oldenburger Fliegerhorst als Ausweichspielstätte.

Aber bis Mai 2018 steht noch viel auf dem Programm. Firmbach bedenkt den Abitur-Stoff (Lessings „Nathan“ als Klassiker im Großen Haus). Er setzt auf Wiederkehrendes (darunter eine anspruchsvolle Barockoper, wie jedes Jahr: „Siroe“ von Johann Adolph Hasse).

Viel Neues findet sich, darunter im Schauspiel die deutsche Erstaufführung von „Utøya“ über den Amoklauf auf einer norwegischen Insel. Firmbach wundert sich, dass keine andere Bühne zupackte. Kooperationen, darunter mit dem Hamburger Ohnsorg-Theater, der niederländischen Reichsoper Enschede oder der Bühne Bielefeld weiten das Programm. Stolz ist Firmbach auch auf seine Jugendarbeit. „Wir haben über 200 Akteure in unseren Clubs!“ Kein Wunder, dass es wieder „Jugendtheatertage“ geben wird.

Fortgesetzt wird natürlich Wagners „Ring“, ein Herzensprojekt des Theaterleiters: „Walküre“ eröffnet am 9. September die Saison im Musiktheater. „Da gibt es eine überragende Nachfrage, die nicht gestillt werden kann“, klagt Firmbach noch einmal. Ansonsten setzt er auf eine bunte, aber nicht beliebige Mischung. Dazu gehört etwa das Musical „Jesus Christ Superstar“ mit Rockband oder ein Ballett für Kinder.

Viele Wiederaufnahmen zieren das Programm. Firmbach: „Die Vorstellungen werden einfach nicht leer, wir müssen Stücke immer wieder neu ansetzen, darunter ,Terror’, das unfassbar gut läuft, oder ,Supergute Tage’ sowie ,Carmen’“. Und dann spricht er ein weiteres Mal sein Lieblingsproblem an: den Riesenerfolg.