Sande - Mehrmals hat die Kanzel in der evangelisch-lutherischen St. Magnus-Kirche in Sande bereits die Farbe gewechselt. Nun soll sie bei einer erneuten Restaurierung wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Die Kirchbaustiftung der Oldenburgischen Kirche hat für die Sanierung nun einen Zuschuss von 8000 Euro bewilligt. Mehr als 12 000 Euro hat die Kirchengemeinde Sande durch Ortskirchgeld und Spenden gesammelt, die Restaurierung kostet rund 20 200 Euro.
Die Kanzel von 1674 aus der Schnitzerwerkstatt von Jacob Cröpelin aus Esens war ursprünglich naturfarben, nur in den Kassetten unter den Evangelisten waren in goldfarbenen Schriftzügen die Namen zu lesen. Das Eichenholz soll nun ab April 2016 nach der Konfirmation wieder zum Vorschein gebracht werden. Zwei Restauratoren aus Bremen haben dazu bereits Holz- und Farbproben genommen.
Ihre Analysen haben ergeben, dass die Kanzel bis Anfang des 19. Jahrhunderts unbemalt war. Doch weil damals eine hellblaue Farbe als wertvoll galt, wurde das Inventar vieler Kirchen in Norddeutschland hellblau ausgemalt. Bis 1972 prangte St. Magnus samt Kanzel in Himmelblau – dann brannte ein Schornstein, das Kircheninnere war völlig verrußt und musste neu gestrichen werden. Die Kirchengemeinde entschied sich damals für Dunkelgrün, die Kassetten mit den Namen der Evangelisten wurden übermalt.
Das soll nun rückgängig gemacht werden. Mit der Kanzel-Restaurierung endet die Sanierungsphase in der St. Magnus-Kirche: Im Jahr 2012 war der Innenraum komplett überarbeitet worden. Seitdem ist überall wieder viel altes Holz zu sehen.
Insgesamt unterstützt die Kirchbaustiftung der Oldenburgischen Kirche im kommenden Jahr 13 Sanierungsmaßnahmen mit rund 110 000 Euro. Davon fließt rund ein Viertel nach Friesland: Für die Sanierung der Orgel in der Schlosskirche Neuenburg mit Gesamtkosten von rund 65 000 Euro steuert die Stiftung ebenfalls 20 000 Euro bei, sagte Dirk-Michael Grötzsch, Sprecher der Kirche in Oldenburg.
