Wangerooge - Seit gut 50 Jahren ist Haus Ansgar auf Wangerooge im Besitz der katholischen Gemeinde St. Willehad. Sie nutzt das 1922 als Wohn- und Logierhaus errichtete Gebäude als Pfarrbüro und Gästehaus.
Bausubstanz und Ausstattung von Haus Ansgar sind in die Jahre gekommen. Das Haus muss saniert werden, auch eine Erweiterung ist geplant. Die gesamte Baumaßnahme wird ca. 2,2 Millionen Euro kosten. Die Arbeiten beginnen im September. „Wir freuen uns sehr auf attraktive neue Räume für Pfarrei, Urlauber und die Exerzitienarbeit“, sagt Pfarrer Egbert Schlotmann.
„Die große Herausforderung liegt darin, Haus Ansgar so zu sanieren und umzubauen, dass der Charakter nicht verloren geht und dennoch ein modernes Gebäude entsteht“, sagt Christian Herzog, Architekt des Bischöflich Münsterschen Offizialats. Die Bauleitung hat der Oldenburger Architekt Bernd Kampling.
Der Umbau beinhaltet energetische Sanierung, Brandschutz und Barrierefreiheit. Im Erdgeschoss wird das Gebäude um einen transparenten Anbau erweitert. Auf 50 Quadratmetern soll dort die öffentliche Bücherei eingerichtet werden. Das Foyer bleibt wie die Gruppenräume, das Büro der Kirchengemeinde und der Speisesaal bestehen. In den drei Obergeschossen sind 15 Schlafräume untergebracht. Ein Zimmer wird behindertengerecht umgebaut. Im Dachgeschoss befindet sich ein Meditationsraum. Nach dem Umbau beträgt die Nutzfläche des Gebäudes 700 Quadratmeter.
In die Baukosten von 2 255 000 Euro sind Ausstattung, Außenanlagen, Planungskosten und ein Inselzuschlag eingerechnet, sagt Herzog. Mit 712 000 Euro muss die Kirchengemeinde St. Willehad knapp ein Drittel der Kosten aufbringen. 1 543 000 Euro schießt das Offizialat zu. Der Anteil von St. Willehad wird sich aber reduzieren, denn für den Büchereianbau sind beträchtliche Landesfördermittel beantragt und bereits grundsätzlich bewilligt.
Für Umbaumaßnahmen zur Barrierefreiheit läuft ein Förderantrag über die Leader-Region Wattenmeer-Achter, für die energetischen Maßnahmen sollen EU-Fördermittel beantragt werden. Der erste positive Förderbescheid über 25 000 Euro durch den Hamburger Verein „Andere Zeiten“ ist schon eingegangen. Was übrig bleibt, muss die Kirchengemeinde aus Eigenmitteln finanzieren. Einen Spendenaufruf hat sie hierzu bereits veröffentlicht.
Wenn alles nach Plan läuft, kann das neue Haus Ansgar zum Sommer 2018 eröffnet werden, ist Pfarrer Schlotmann zuversichtlich.
