Dötlingen - In Boltenhagen in einer Ferienwohnung unterzeichnete Pastorin Susanne Schymanitz die Schenkungsurkunde für einen „echten Kaufhold“ an die Kirchengemeinde Dötlingen. Das war am 23. August 2012. Seitdem fristete das Gemälde „Pfarrhaus in Dötlingen“ im Pastorenhaus allerdings ein kaum beachtetes Dasein. Deshalb habe man sich in der Gemeinde dazu entschlossen, den Kaufhold als Dauerleihgabe der Dötlingen-Stiftung zu geben, erläuterte Schymanitz. Das Gemälde ohne Jahresangabe zeigt das alte Pastorenhaus vor dem Neubau im Jahr 1935 mit Giebel von der Südseite.

Das Bild stammt aus dem Familienbesitz von Peter Müller in Leipzig. „Der rief mich eines Tages an und fragte, ob wir das Gemälde nicht als Schenkung übernehmen wollten. Es war der Wunsch von Peter Müller, das Gemälde an den Ort seiner Entstehung zurückzuführen“, erklärte die Pastorin. Hintergrund: Der Großvater von Peter Müller war von 1894 bis 1934 Pastor in Dötlingen gewesen. Es handelt sich um Johann Anton Ludwig Müller.

Dessen Sohn Johann Heinrich Karl Müller war damals eng mit dem Maler August Kaufhold befreundet. Aus dieser Zeit soll auch das Abbild des damaligen Pastorenhauses stammen. Kaufhold lebte seit 1907 in Dötlingen bis zu seinem Lebensende 1955. Bekannt wurde er als Landschafts-, aber besonders als Tiermaler. Daneben malte er im Auftrag viele Dötlinger Höfe. Nicht klar ist, ob die Pastorenhaus-Arbeit auf Grund eines Auftrags oder durch Eigeninitiative Kaufholds entstand.

Thea Freiberg, Walter Ulrich und Eckehard Hautau nahmen das Gemälde für die Stiftung entgegen. „Wir werden das Kunstwerk zunächst reparieren lassen. Vielleicht reicht es schon aus, wenn die Falte glatt gezogen wird“, sagte Freiberg und wies auf eine Verwölbung in der Leinwand.

Überlegt wird, eine Ausstellung mit Kaufhold-Werken, die verschiedene Höfe und Gebäude in und um Dötlingen zeigen soll, zu organisieren. In diesem Rahmen würde auch das Pastorenhaus-Abbild zu sehen sein.