Das Schützenwesen ist vielerorts ein wichtiger, historisch gewachsener und lebendiger Teil der regionalen wie lokalen Identität.“ So schreibt die Unesco, die das Schützenwesen 2015 als immaterielles Kulturerbe anerkannt hat. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lingen pfeift offenbar auf dieses Kulturerbe, dessen wichtigster Teil das Schützenfest ist, wenigstens aber stellt sie dessen Bedeutung weit hinten an. Wie anders ist zu erklären, dass offenbar kurzzeitige Straßensperrungen auf der Hauptstraße in Garrel – die zudem jahrzehntelange Praxis sind – zu einer Nicht-Genehmigung des Festweges wenigstens am Montag führen.
Abermals stellt die Landesbehörde und mit ihr der Landkreis Cloppenburg den fließenden Verkehr über die Interessen der Bevölkerung. Hier sei an die Umleitung während der B-72-Bauarbeiten mitten durch den Ortskern erinnert, die in Kürze beginnen werden. Auf der einen Seite wird der Bevölkerung über mehr als zwei Monate zugemutet, dass am Tag bis zu 20 000 Fahrzeuge über die Hauptstraße rollen, einhergehend mit einer Gefährdung vor allem der schwachen Verkehrsteilnehmer. Auf der anderen Seite ist eben die Sicherheit ein Argument, den Schützen zu untersagen, am Montag über die Hauptstraße zu marschieren. Verstehen muss man das wohl nicht.
