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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Keine „hohe Qualität“ – Kibum-Preis nicht vergeben

15.10.2016

Oldenburg Kein Preis, keine Ehrung, lediglich Empfehlungen: Der seit 1977 von der Stadt Oldenburg für Erstlingswerke auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur vergebene Kibum-Preis wird in diesem Jahr nicht verliehen. Grund sei letztlich, so die Jury aus Pädagogen, Autoren und einer Schülerin, die mangelnde Qualität.

Der mit 7600 Euro dotierte Preis hat nationales Renommee. Er wurde schon einmal, im Jahr 2010, nicht vergeben. Damals fehlte im Haushalt der Stadt Oldenburg schlicht das Geld. Diesmal gab es andere Gründe. Zwar wurden 286 Erstlingswerke (195 Manuskripte, 91 Bücher) insgesamt gesichtet. Doch nach langem Ringen konnte sich die Jury nur auf eine Empfehlungsliste einigen. Hier die Autoren und Titel der Manuskripte: Ocke Bandixen (Hamburg) mit „Läuft“, Martin Muser aus Berlin mit „Kannawoniwasein“, Lea-Lina Oppermann aus Hennef mit „Was wir dachten was wir taten“ und Tobias Steinfeld aus Düsseldorf mit „Im Himmel gibt es Sucuk, so viel du willst“.

Gemessen am Anspruch des Preises und der hohen Qualität der bislang ausgezeichneten Autoren, hieß es, fehlte „ein kleiner Schritt“ bis zum Preis. Man habe nicht, so Jury-Mitglied Christian Bittner, sonst Sonderpädagoge in Bochum, „die individuelle Stimme“ gefunden. Jury-Mitglied Robert Elstner, Leipziger Diplompädagoge, ergänzt: „ein herausragendes literarisches Ereignis war nicht zu entdecken“.

Die Schülerin in der Jury, Josephine Sommersberg, meinte: „Viele der eingeschickten Bücher und Manuskripte waren sehr gut und hatten Potenzial, auch wenn es für keines ganz gereicht hat.“ Die 16-Jährige von der IGS Flötenteich in Oldenburg freute sich trotzdem: „Es gab viele gute Ideen für Geschichten und interessante Schreibstile, die das Lesen des dicken Bücherstapels unterhaltsam gestaltet haben. Es gab wie schon zuvor einen großen Zulauf an Jugendbüchern, die sich an die Sprache der Jugendlichen angepasst haben. Offensichtlich ist das ein Trend, und da hier Erwachsene nicht einfach versuchen, sich über die Sprache bei jungen Lesern anzubiedern, sondern die Sprache tatsächlich im Griff haben, sogar ein begrüßenswerter.“

Preisträger waren bisher so bekannte Autoren oder Illustratoren wie Mirjam Pressler, Rolf Lappert oder Lara Schützsack. 2015 wurde Florian Wacker für sein Buch „Dahlenberger“ geehrt.

Die Verleihung des Kibum-Preises erfolgt stets im Rahmen der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse (Kibum), die in ihrer 42. Ausgabe vom 5. bis zum 15. November im Kulturzentrum PFL (Peterstraße 3) stattfindet.

Geöffnet: montags bis freitags 8.30 bis 19 Uhr, sonnabends, sonntags 10–19 Uhr.

Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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