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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Für Eltern mit Ansprüchen

21.09.2017

Oldenburg „Witaj! Kibum trifft Polen“ – so lautet das Motto der 43. Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse, die die polnische Kinderliteratur an zehn Tagen im November in den Mittelpunkt stellen wird. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 hat sich der polnische Markt für Kinder- und Jugendliteratur enorm entwickelt. Leseförderprogramme, Literaturfestivals, literarische Wettbewerbe, Fachzeitschriften und Onlineportale spiegeln das ausgeweitete Interesse für das Kinderbuch.

Schön experimentell

Katja Wiebe (München) macht als Expertin drei Faktoren für den wachsenden Erfolg von polnischer Kinderliteratur aus: „eine überaus talentierte Illustratoren-Szene, die international Maßstäbe setzt, eine traditionell große Affinität zu verschmitzter und hintersinniger Kinderlyrik sowie ein Kinderbuch, das sich schwierigen Themen, wie dem Holocaust, öffnet“.

Polnische Bilderbücher sind künstlerisch – und extrem experimentierfreudig. Sie sind Augenweiden, oft grafisch, ihre Ästhetiken unverbraucht und spektakulär anders.

Die polnische Bilderbuchkunst hat eine lange Tradition und gründet im hohen Niveau der bildenden Kunst Polens. Plakatkunst, Grafik und Buchillustration kristallisieren sich in der „Polnischen Schule der Illustration“.

Dabei ist die polnische Plakatkunst seit den 1950er Jahren eine ganz feste Größe im Kunstbetrieb und inzwischen zu einer Art „Brand“ der polnischen Kunst avanciert. Das möchte die Kibum in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie Zacheta und dem Polnischen Buchinstitut in der Plakatausstellung „Hier les ich!“ wertschätzen.

Eine erlesene Auswahl der Bilderbuchkunst von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski präsentiert sich mit „Alle Welt und noch viel mehr“. Über drei Jahre hat das Illustratorenduo am Landkartenbuch „Alle Welt“ gearbeitet, mehr als 4000 Vignetten gezeichnet, zwei eigene Schriften entwickelt und sich intensiv mit 51 Ländern und den Kontinenten beschäftigt.

Illustrationen aus ihrem atemberaubenden „Wendebuch“ mit dem Titel „Unter der Erde – Tief im Wasser“ ergänzen die kleine, feine Schau. Die Mizielinskis sind inzwischen auch international die „Stars“ der polnischen Illustratorenszene.

Als „Vater der aktuellen polnischen Kinderbuchillustration“ (Christiane Raabe) gilt dagegen Jozef Wilkon. Er ist Maler, Bildhauer, Autor und Illustrator von Bilderbüchern internationalen Ranges. Wilkon wird für Lesungen aus „Wölfchen“ und „Leopanther“ erwartet, seine Klassiker im Reprint. Aber auch neueste Werke, wie das für die Kibum übersetzte „Hundeleben“, stellt der nicht allein in Polen gefeierte und verehrte Altmeister vor. Die mit 87 Lenzen gleichaltrigen Bildwirker Wilkon und Janosch sind übrigens seit ihren gemeinsamen wilden Münchner Jahren Freunde; Janosch ist überdies Schirmherr der diesjährigen Kibum.

Spätestens seit dem Jahr 2012 erobern besonders polnische Sach-Bilderbücher wie „Die Ton-Angeber“ in Konsequenz ihrer Nominierungen zum Deutschen Jugendliteraturpreis auch den deutschen Markt. Ihre Illustratorinnen Marta Ignerska und Krystyna Lipka-Sztarballo sowie der aktuell nominierte Piotr Socha („Bienen“) reisen im November für Workshops und Lesungen aus Warschau nach Oldenburg an.

Perfekte Situation

In Vorbereitung der 43. Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse „Witaj! Kibum trifft Polen“ musste so viel Kinderliteratur in die deutsche Sprache übersetzt werden wie nie zuvor für eine Kibum. Trotz des florierenden polnischen Buchmarktes liegen leider immer noch zu wenige Übersetzungen aus dem Polnischen vor.

Doch beobachtet Maciej Byliniak vom avantgardistischen Kinderbuchverlag „Dwie Siostry“, dass sich erfreulicherweise auch „immer mehr deutsche und auch internationale Verlage auf dem polnischen Markt umschauen“.

Das ist wünschenswert, denn wie der junge Illustrator und Autor Piotr Karski beschreibt: „Gerade haben wir eine perfekte Situation – viele Eltern sind sehr anspruchsvoll geworden. Und wir haben sehr talentierte und erfahrene Illustratoren, die den Mut haben, neue Konzepte zu entwickeln und ihren eigenständigen Stil zu definieren.“

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