Ohmstede - Vom Außengelände des Kulturzentrums Rennplatz sind seltsame Klänge zu vernehmen. Etwa 20 Kinder im Grundschulalter sitzen auf dem Rasen und bilden ein ungewöhnliches Orchester. Ein Junge trommelt auf einem ausrangierten Staubsauger, alte Radkappen eines Autos werden kurzerhand zu einem Becken umfunktioniert. Im Hintergrund hört man raschelnde Plastiktüten und mit Sand gefüllte Joghurtbecher. Allmählich entsteht ein Takt. Das Orchester probt für seinen Auftritt an diesem Sonnabend.
Dann werden alle Teilnehmergruppen des Ferienprogramms „Stadtteilforscher auf heißer Spur“ die Ergebnisse ihrer Erkundungen vorstellen. Bei dem großen Abschlussfest von 11 bis 17 Uhr können auch die Besucher auf dem Gelände des Kulturzentrums an der Kurlandallee 4 aktiv werden.
Seit Montag und noch bis zu diesem Freitag sind insgesamt 40 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren gemeinsam auf Entdeckungsreise. Das Kooperationsprojekt des Spielmobils Spielefant, des Kulturzentrums Rennplatz und des Instituts für Musik der Uni Oldenburg ist ein Novum. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das Programm „Kultur macht stark“ unterstützt deutschlandweit 35 lokale Projekte.
Positives Fazit
Das Kulturzentrum Rennplatz stellt seine Räumlichkeiten für die jungen Detektive zur Verfügung und organisiert die Verpflegung der Teilnehmer. „Ich bin sehr zufrieden und überrascht, wie gut alles klappt“, lautet das Fazit von Kulturzentrumsleiterin Claudia Buchner. Bisher habe sie nur gute Rückmeldungen auch von den Eltern erhalten.
Anke Kühl vom Spielmobil Spielefant ist sonst für einzelne Veranstaltungen wie Schulbesuche oder Kinderfeste unterwegs. Daher sei das Ferienprojekt über sechs Tage eine interessante Erfahrung, sagt sie. „Es ist schön zu sehen, was dabei rauskommt, wenn über längere Zeit mit Kindern gearbeitet wird.“
Wie es sich für Entdecker gehört, unternehmen die Kinder viele Aufgaben in Eigenregie. Die nach Alter sortierten Kleingruppen haben sich ihr Umfeld in zwei Themenblöcken erschlossen: Jede Gruppe durchläuft beispielsweise eine Stadtteilerkundung in Form einer außergewöhnlichen Schnitzeljagd. Wie klingt mein Stadtteil eigentlich? Auch dieser Frage sind die Spürnasen unter studentischer Leitung nachgegangen. Neben detektivischem Gespür war ebenso kreatives Geschick gefragt.
Für die Umsetzung der musikalischen Entdeckungsreise meldeten sich drei Lehramtsstudenten der Musikwissenschaft. Die Übungen gestalteten sie gemeinsam mit ihrer Dozentin Christiane Abt. „Uns geht es darum, im Rahmen der Stadtteilerkundungen nach Klängen zu suchen“, sagt Jannek Boomgaarden (23). Neben dem Orchester aus alten Gebrauchsgegenständen und Materialien aus der Natur, stellte eine Kindergruppe Skulpturen aus den gesammelten Dingen her. Diese sollen die Hintergrundklänge eines selbst geschriebenen Hörspiels liefern. Dabei handelt es sich selbstverständlich um eine Detektivgeschichte. Ein Bürostuhl, ein Ast und eine Jalousie sind nur drei der Gegenstände, die der Erzählung eine spannende Atmosphäre verleihen sollen. Die klanglichen Untermalungen wurden aufgenommen und mit Jannek Boomgaarden am Computer bearbeitet.
Moderne Technik
Neben einer herkömmlichen Schnitzeljagd – lediglich mit Karte und Kompass ausgestattet – machten sich die Kinder mithilfe moderner GPS-Technik zur Schatzsuche auf. Hier gab es, anders als bei bekannten Schnitzeljagden, digitale Koordinaten. An jeder Station mussten die Stadtteilforscher neue Aufgaben und Rätsel lösen, um dem Schatz auf die Spur zu kommen.
