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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kinder helfen verliebtem Frosch in Not

27.03.2017

Oldenburg In der Innenstadt herrscht an diesem sonnigen Samstagnachmittag viel Trubel. Menschen mit vollen Einkaufstüten schlendern durch die City, die Eiscafés sind voll, Straßenkünstler singen, einer formt Hunde aus Sand.

Die Sonne strahlt auch auch aufs gelbe Oldenburger Schloss. Nichts wie hinein, denn da ist ein „Frosch in Not“. So heißt das neue Kulturprojekt, das dort derzeit im Rahmen des „Banden“-Festivals des Staatstheaters läuft und nun erfolgreich Premiere feierte.

Zum Inhalt des erlebbaren Hörspiels, das unseren Testern Felix und Jonah so viel Spaß gemacht hat, dass sie noch abends freudig davon erzählten: Prinz Valentin Hannes Emmanuel Günther ist verzweifelt. Schon seit 432 Jahren versucht er, den Menschen klar zu machen, dass er der rechtmäßige Besitzer des Oldenburger Schlosses ist. Einziges Problem dabei ist, dass es ihm an genügend Selbstvertrauen mangelt, ihm keiner zuhört und er außerdem nur acht Zentimeter groß ist. In dieser Version des Grimmschen Märchens will die Verwandlung des Froschkönigs zurück in den Prinzen einfach nicht klappen.

Kopfhörer auf, MP3-Player an und die ruhige Stimme von Museumswärter Wiechmann erklingt. Der „jüngste Professor in seinem Fach“ nimmt die beiden neunjährigen Freunde aus Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) mit auf die Spuren des erfolglosen Prinzen. Felix und Jonah machen dabei in den Gängen des Schlosses überraschende Entdeckungen, tauchen für 40 Minuten ein in die Hörspiel-Welt der Hamburger Kulturwissenschaftlerinnen Insa Schwartz (30) und Lotte Schwarz (29), die das Projekt entwickelt haben.

„Steh’ auf“, sagt der Professor, nachdem er sich vorgestellt hat. „Geh’ dort durch die Tür und rechts die Treppe hoch“. Das Tempo wird durch die im Hintergrund zu hörende Schrittfolge vorgegeben. Felix und Jonah folgen den Anweisungen des Professors, schreiten ganz in Ruhe von Station zu Station durch den Marmorsaal und den Grünen Salon und entdecken dabei ganz nebenbei die prunkvolle Schönheit des Schlosses. Der Innenstadt-Trubel von eben ist vergessen. Jetzt geht es darum, den Frosch zu retten.

Frau Inken Meier, Mitarbeiterin des Landesmuseums, ist in heller Aufregung. Steif und fest behauptet sie, Froschspuren auf dem knarzenden Parkett gesehen zu haben. Sie bestellt den Kammerjäger Norbert Ratte, der dem Spuk mit den Fröschen ein Ende bereiten soll. Doch da gibt es ja auch noch die kleinen, mit Schleim bedeckten Liebesbriefe, unterschrieben von Prinz Valentin Hannes Emmanuel Günther. So hieß doch der einst verschollene Neffe des bekannten Oldenburger Grafen Anton Günther (1583–1667).

Der Frosch ist also ein verwandelter und vor allem bis über beide Ohren in Frau Meier verliebter Prinz? Felix und Jonah müssen einschreiten und helfen. Ob es ihnen gelingt?

Am Ende jedenfalls kommen beide strahlend wieder dort an, wo sie vor einer guten halben Stunde gestartet sind. „Das war echt cool“, strahlen die beiden, als sie ihre Kopfhörer abnehmen. „Das ist mal was Neues, und das würde ich gern mit einem anderen Hörspiel noch mal machen“, sagt Felix.

Jonah hatte zwischendurch etwas weiche Knie, „gerade in dieser kleinen Kammer, wo wir den Frosch werfen sollten“, sagt er und lacht: „Das hat echt Spaß gemacht.“ Noch am Abend vorm Einschlafen sprechen die beiden über Valentin Hannes Emmanuel Günther – und fragen sich, ob Museumsmitarbeiterin Frau Meier und der Prinz wohl ein Paar geworden sind.


Alle NWZ-Kritiken unter:   www.nwzonline.de/premieren 
Lars Laue
Korrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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