Fleißig war am Sonnabend ein knappes Dutzend Eltern im Kindergarten Birkenhof. Und im großen Garten der kleinen Einrichtung – für das kommende Kindergartenjahr werden in der einzigen Vormittagsgruppe zehn von 20 Plätzen frei – gab es reichlich zu tun: ein letztes Mal den Rasen mähen, Laub harken (dies angesichts der Blätter an den Birken wohl nicht zum letzten Mal) sowie Büsche und Bäume zurückschneiden. Für die Eltern bot sich bei all der Arbeit aber auch die Gelegenheit, die Neuerungen genauer in Augenschein zu nehmen. So hatten die beiden Erzieherinnen Petra Zapf und Susanne Bradler mit den Kindern die Wand der Garage kunstvoll mit Szenen aus den Kinderbüchern „Pettersson und Findus“ gestaltet. Die Farbe dafür hatte „der kleine Maler“ Reiner Schwarting gespendet. Und die Balancierbalken vor der Wand sind ebenso neu wie die von Werner Bochmann gezimmerten Reitpferde.

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Wer viel arbeitet, hat zwangsläufig wenig Zeit für die Familie. Dieses Schicksal teilen zahlreiche Berufstätige. Besonders eklatant wird der Zeitmangel, wenn es um Menschen in Führungspositionen geht. Davon kann auch Dr. Frank Hinrichs ein Lied singen. Der 48-Jährige ist neuer Chefarzt der Stenumer Fachklinik für Orthopädie und steckt über beide Ohren in der Arbeit. „Da kommt es darauf an, dass die Familie ansonsten zufrieden ist“, ließ Hinrichs viel Lebenserfahrung durchblicken. Und da der berufliche Wechsel von Damme nach Stenum mit einem privaten Umzug verbunden war, konnte Hinrichs seiner Frau Britta einen Wunsch erfüllen: Die Familie, zu der die Kinder Kim (14) und Jesse (11) gehören, zog nach Oldenburg, die Heimatstadt der Chefarzt-Gattin. Allerdings ist auch Frank Hinrichs nicht weit von seiner Heimat entfernt: Er ist gebürtiger Bremer. Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas

nutzte bei der Amtseinführung die Chance, für die Gemeinde als Wohnsitz zu werben. Sie würde die Familie Hinrichs gern bei einem Neubürgerempfang begrüßen, sagte die Verwaltungschefin.

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Alice Gerken-Klaas versteht sich allerdings nicht nur aufs Werben von Neubürgern: Auf der Schau der Vogelfreunde Ganderkesee bewies sie auch Sachverstand. Bei der Zuordnung von Bildern fünf verschiedener Vogelarten zu den ausgestellten Eiern zögerte sie nur einmal kurz – bei der Frage nach dem kleinsten Ei. Das ordnete sie dann aber ebenso richtig der Diamanttaube und nicht der Wachtel zu. Straußen-, Hühner- und Rebhuhnei waren überhaupt kein Problem.

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Deutlich größer als Diamanttaubeneier waren die 1000 Blumenzwiebeln, die fleißige Helfer in Havekost gesetzt haben. Entlang der Havekoster und der Harpstedter Straße sollen im Frühjahr ebenso viele Narzissen erblühen. Da die Arbeit hervorragend organisisiert war und auch ein paar Kinder kräftig mitangepackt haben, war der Arbeitseinsatz schneller beendet als gedacht. Zum Abschluss gab’s eine kräftige Suppe. Den bequemsten Rückweg vom Arbeitseinsatz hatten übrigens Hartmut Westermann und Manfred Dahl. Sie ließen sich von Herbert Meyerholz in der Radladerschaufel auf den Hof fahren.

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Gemütlich und unterhaltsam ging’s auch beim „Gantermahl“ der FDP zu – und auch für Spannung war gesorgt: Sandra Lüpkes entführte die Gäste des FDP-Ortsverbandes Ganderkesee in die Welt ihrer „Inselvogtin“ Maikea, die dieses Amt im 18. Jahrhundert anstrebt, dabei aber auf erhebliche Widerstände stößt. Passend zu der Geschichte sang Sandra Lüpkes Lieder aus der Zeit „von Mozart, Bach und Co.“ – musikalisch begleitet von Lars Börge Eduard am Klavier. Überhaut geht es der FDP mit ihrem „Gantermahl“ wie bei den jüngsten Wahlen. Klein angefangen – mit 20 Gästen beim ersten Essen im Jahr 2000 – konnten die Liberalen die Zustimmung immer weiter steigern. Beim jüngsten Abend ließen sich 90 Gäste Gänsekeule schmecken – „die wenigsten davon Parteimitglieder“, wie eine sichtlich zufriedene Ortsverbandschefin Marion Daniel zufrieden anmerkte.

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Ob der Besuch der Vernissage im Lutherstift die Organisatoren zufrieden stellte, darf wohl bezweifelt werden. Nur eine handvoll Interessierte hatten sich am Sonntagnachmittag im Flett der Bildungseinrichtung eingefunden, um Christa Kraemer (ovales Bild links, mit Ingeborg Willemsen) zu lauschen. Die Kunstsammlerin hatte neben den Bibel-Werken von Marc Chagall für die laufende Ausstellung im Lutherstift auch Farblithografien aus dem Exodus-Zyklus zur Verfügung gestellt. Die hängen im Bildungszentrum und sind werktäglich – außer vom 21. bis zum 28. Dezember – von 9 bis 18 Uhr zu besichtigen. An den vier Adventssonntagen gibt es von 14 bis 18 Uhr zudem Sonderöffnungszeiten.

Den wenigen Anwesenden hatte Christa Kraemer Interessantes über das Leben und Schaffen Chagalls zu berichten. Im Mittelpunkt stand dabei selbstverständlich der Exodus-Zyklus, von dem eine Auflage von 285 Stück gefertigt wurde. „Eigentlich ist jedes davon ein Original. Jedes ist ein bisschen anders“, berichtete die Sammlerin. „Denn Chagall hat den Druck in der graphischen Anstalt überwacht und die Vorlage immer wieder überarbeitet.“