Rodenkirchen - Wer ein T-Shirt nicht mehr leiden mag, wirft es einfach weg. Schließlich hat es im Laden nur wenige Euro gekostet. Wie viel Arbeit die Herstellung eines T-Shirts wirklich kostet und wie schlecht diese Arbeit bezahlt wird, haben die Drittklässler der Grundschule Rodenkirchen jetzt im Projektunterricht erfahren. Und sie haben Konsequenzen gezogen.
Während der Projektwoche haben sie ältere Kleidungsstücke, hauptsächlich T-Shirts, aufgepeppt, damit sie sie länger tragen mögen. Dafür hat die 3a jetzt, wie berichtet, von der Fair-Trade-Initiative Saarbrücken einen Preis zuerkannt bekommen. Die Eltern der Schüler konnten sich am Mittwochmorgen die aufgepeppten Kleidungsstücke bei der Präsentation der Ergebnisse des Projektunterrichts ansehen.
So hat die zehnjährige Janina aus ihren Jeans Hot Pants mit Glitzer gemacht, während Hagen und Eric (beide 9) ein Bundesliga-Shirt mit den Namen berühmter Fußballer verziert haben. Und die zehnjährige Amy hat ihr gelbes T-Shirt mit einem roten Herzen geschmückt.
Sie stehen voll hinter dieser Arbeit, denn in der Projektwoche haben sie von ihrer Lehrerin Marieke Neveling Erstaunliches gelernt. So legt die Baumwolle 67 000 Kilometer zurück, ehe sie beim Kunden ankommt. Sie wird gepflückt, entkernt, gewaschen – mit bis zu 15 000 Liter Wasser pro T-Shirt – zu Garn gesponnen, gewebt, genäht, bedruckt, eingepackt und verkauft und wandert von Afrika über China, Bangladesh und andere Länder bis in den Laden. Von dem Kaufpreis bekommen die Näherinnen in Bangladesh ein Prozent als Lohn.
Dass Kinder weltweit die gleichen Rechte haben – auf Nahrung, Bildung, ein Dach über dem Kopf, Akzeptanz und Schutz vor Misshandlung und Ausbeutung etwa – erfuhren die Viertklässler von ihrer Lehrerin Petra Mahnken. Sie gaben ihr neues Wissen am Donnerstag gern weiter. „Sie identifizieren sich damit“, freute sich die Schulleiterin Elke Kuik-Janssen.
In der zweiten Klasse lernten die Kinder, wo unser Obst und Gemüse erzeugt werden und sie erfuhren, dass heimische Früchte nicht ständig zur Verfügung stehen, sondern nur zu bestimmten Zeiten reif sind. Und die erste Klasse lernte Spiele aus aller Welt.
Diesen Rhythmus unter dem Motto „Gutes Leben für alle“ hat die Schule in diesem Jahr zum ersten Mal angeboten. Er soll jetzt in jedem Jahr angeboten, so dass jede Klasse das ganze Angebot bekommt. Denn schließlich ist die Einrichtung als Pilotschule „Globales Lernen – Gutes Leben für alle“ anerkannt.
